Es ist ein Anblick, der wohl eher an eine Spielzeug-Kiste erinnert:
im kleinen Hafen von Krilo Jesenice drängen sich während der Wintermonate über 100 Schiffe auf engstem Raum.
Hier befindet sich die Heimat der größten privaten Flotte von Kreuzfahrtschiffen an der gesamten Adria.
Früher waren die Einwohner des Dorfes als “Salbunjeri” bekannt, sie gewannen Sand vom Meeresgrund und transportieren ihr mit einfachen Holzschiffen an die Küste.
Vor einigen Jahrzehnten erkannten einige pfiffige “Sandkapitäne” die Zeichen der Zeit, und damit das große Potential der aufstrebenden Tourismus. Sie bauten zum Teil die Frachtdampfer um, oder investierten gleich in neue Schiffe.
Die Vorreiter hatten schnell Erfolg, so folgte eine Familie nach der anderen.
Jetzt wird man der Entwicklung nicht mehr Herr, das ganze hat sich verselbstständigt!
Es sind an die 150 Schiffe, die Platz in den Hafenbecken suchen würden – soviel Platz gibt es nicht mehr – viele müssen in die umliegenden Häfen ausweichen.
In den letzten Jahren wurde das Thema zunehmend in der Öffentlichkeit diskutiert: da historisch gewachsen, gibt es faktisch kein Regulativ – der Wilde Westen am Wasser!
Experten wiesen immer eindringlicher auf die enorme Gefahrenquelle durch die enge Schlichtung hin: ein etwaiger Brand könnte die gesamte Kreuzfahrtflotte Kroatiens gefährden!
Jetzt wird man viel Geld in die Hand nehmen – die Rede ist von etwa 41 Millionen Euro – um das gesamte Hafenbecken zu adaptieren und “sicher” zu machen. Die Dauer der Bauarbeiten wird auf zwei bis drei Jahre geschätzt – daraus leitet sich das nächste Problem ab:
Wohin in dieser Zeit mit den Schiffen?
Derzeit sind als Ausweichhäfen die Anlagen in Trogir, Split oder auch auf der Insel Brač im Gespräch – aber dort hält sich Freude natürlich in Grenzen!
Wie auch immer – eines der großen gewachsenen Probleme der Kroatischen Schifffahrt wird langsam aber sicher einer Lösung zugeführt – wir werden berichten 😉
