In den letzten Wochen erreichen uns immer wieder Nachrichten von euch, die uns nachdenklich stimmen. Besonders eine E-Mail von Hans Günter, der seit über 15 Jahren mit seiner Familie die kroatische Adria befährt, bringt es auf den Punkt: Das Gefühl des Willkommenseins schwindet zusehends.
Wenn langjährige Stammgäste laut darüber nachdenken, ihre zukünftigen Bootsurlaube nach Italien oder in andere Destinationen zu verlegen, sollten bei den Verantwortlichen in Kroatien die Alarmglocken schrillen. Aber was sind die Gründe für diese spürbare Verstimmung?
Verdichtete Kontrollen: Eine Reaktion auf den Ansturm
Es ist kein rein subjektives Empfinden mehr – die Polizeipräsenz und die Kontrolldichte im nautischen Bereich haben massiv zugenommen. Doch warum ist das so? Der Grund ist so simpel wie herausfordernd: Es treibt jedes Jahr mehr Menschen mit Booten hinaus aufs Meer.
Durch das enorme Verkehrsaufkommen in der Hochsaison sehen sich die Behörden gezwungen, die Präsenz auf dem Wasser drastisch zu erhöhen. Wo früher einsame Buchten dominierten, drängen sich heute Mietboote, Yachten und Jetskis. Um die Sicherheit überhaupt noch gewährleisten zu können, greift die Polizei verstärkt durch:
- Lückenlose Überprüfung von Lizenzen und Papieren.
- Strenge Überwachung der 300-Meter-Uferzone (Gleitverbot).
- Verstärkte Kontrollen der Nationalpark-Regeln, um die empfindliche Natur zu schützen.
Wenn die Freiheit unter dem Druck leidet
Sicherheit ist ohne Frage das höchste Gut. Doch wenn die massive Überwachung zusammen mit den stark gestiegenen Preisen in Marinas und Restaurants auftritt, kippt die Stimmung.
Ein Bootsurlaub lebt vom Gefühl der Freiheit und der Unbeschwertheit.
Wenn man sich jedoch bei jedem Manöver unter Beobachtung fühlt, geht genau dieses Urlaubsgefühl verloren, das Familien wie die von Hans Günter seit 15 Jahren so schätzen.
Warum das Herz trotzdem an der Adria hängt
Doch trotz dieser Herausforderungen gibt es einen Grund, warum man Kroatien nicht so einfach den Rücken kehren sollte. Denn wenn wir den Blick wieder auf das Wesentliche richten, erkennen wir den Wert dieser Entwicklung:
- Sicherheit für unsere Familien: Die erhöhte Polizeipräsenz sorgt am Ende dafür, dass rücksichtslose Raser eingebremst werden. Das bedeutet sichereres Schwimmen und entspannteres Ankern für uns alle.
- Schutz des Paradieses: Die strengen Kontrollen in den Nationalparks garantieren, dass die Adria auch für die nächste Generation so kristallklar und fischreich bleibt, wie wir sie vor 15 Jahren kennengelernt haben.
- Unvergleichliche Infrastruktur: Kaum ein anderes Revier bietet diese Dichte an sicheren Häfen und traumhaften Buchten.
Gemeinsam für die Zukunft des Reviers
Ja, Kroatien steht an einem Scheideweg. Es ist ein Weckruf an die Verantwortlichen, die Gastfreundschaft wieder mehr in den Fokus zu rücken und den Gast als Partner zu sehen. Aber es ist auch eine Chance für alle Skipper: Wenn man sich an die Regeln hält und gegenseitig Rücksicht nimmt, wird auch der Druck der Kontrollen wieder sinken.
Die Adria ist und bleibt ein Juwel. Wenn wir im Dialog bleiben – so wie Hans Günter es getan hat – können wir dazu beitragen, dass das “Willkommensgefühl” wieder zurückkehrt und wir noch viele Jahre sicher und glücklich in Kroatien segeln.
Wie ist eure Meinung dazu? Überwiegt bei euch der Frust über die Kontrollen, oder seht ihr den Sicherheitsgewinn als positiven Aspekt für euren Familienurlaub?

Für uns sind es definitiv nicht die Kontrollen, die wir seit langem erwartet, ja sogar gefordert haben. Es ist das zunehmend verantwortungs- und rücksichtslose Handeln einiger Boots- und Jetskifahrer sowie das abnehmende seemännische Verhalten vieler Bootsbesatzungen. Auch das kurze Anlegen fürs Mittag-/Abendessen oder zum Proviant fassen am Stadtkai wird zunehmend schwieriger. Dazu kommt, dass man sich als langjähriger Gast in Kroatien immer mehr ausgenommen fühlt. Ich spreche nicht von der allgemeinen Teuerung, sondern davon, dass von einem Tag auf den nächsten das Tüteneis und auch das Essen wegen Umstellung auf die Hauptsaison um einen bis mehrere Euro teurer wird. Dazu kommen on the Top noch die in jedem Jahr stark steigenden Liegegebühren für eine Nächtigung mit dem Boot. Auch wir sind bereits am Überlegen, ob wir unser 6m Motorboot verkaufen und zukünftig nur noch Segelboote, vielleicht auch einmal eine Motorjacht chartern – und damit sind wir, nachdem ich alle Segel- und Motorscheine für Seefahrt sowie Binnenschifffahrt besitze, nicht mehr nur auf Kroatien beschränkt.
Genau auf den Punkt getroffen! Ich befahre die kroatische Adria seit 1980 mit ausschließlich eigenen Booten! Ich habe den Aufbau der nautischen Infrastruktur hautnah miterlebt. Leider hat der durch das Überangebot an Charterbooten hervorgerufene nautische Massentourismus den individuellen exklusiven Bootstourismus verdrängt! Von einsamen ,sicheren Buchten wie vor 30 Jahren kann nur geträumt werden . Kameradschaft am Wasser (?) reine Utopie! Immer weniger Skipper haben die zweifelsfrei notwendigen Erfahrungen und gefährden nicht nur ihre Crew sondern auch andere! Eine bessere Ausbildung zur Erlangung des Patents wäre dringend von Vorteil. Lärmende Crews in Buchten und Marinas wären streng zu sanktionieren! Strenge Kontrolle der Jetski-Fahrer.
Se i controlli non sono lunghi e pesanti sono sempre i benvenuti per aumentare la sicurezza di tutti, anche se sarebbe meglio essere in pace con il buon senso di tutti come forse succedeva maggiormente nel passato. Tuttavia l’aumento di turismo anche nautico, della moda dei ( per me lo dico fastidiosissimi )jet sky che troppo spesso girano a velocita altissima tra le barche nelle baie e che trovo piu fastidiosi di una mosca in una calda notte d’estate in cabina…., e della fretta che attanaglia sempre più tutti noi, non gioca a nostro favore. Spero di trovarmi sempre bene come sono sempre stato nella vostra magnifica terra e mare sempre con il massimo rispetto che do e mi piace mi torni indietro, e tenendo sempre conto che spesso mi interfaccio con persone che stanno lavorando mentre io sono in vacanza! A presto nelle vostre acque con il mio s/y Oltr3…
Ich kann mich den beiden Kommentaren anschließen. Es sind nicht die Kontrollen, die stören – ganz im Gegenteil – es ist gut dass diese stattfinden und dass die schwarzen Schafe aussortiert werden. Zweifelsohne mit Bedacht und Gefühl, aber sie sind notwendig. Die Preise in der nautischen Umgebung sind überproportional gestiegen. So manche Stadthäfen sind schon teurer als exclusive Marinas. Und auch da sind die Preise für den Jahresliegeplatz ordentlich angestiegen. Gepaart mit so manchen Restaurants, die nicht wissen wie viel sie verlangen sollen, ergibt sich ein Bild welches nicht gerade einladend ist. Wir sind schon viele Jahre in Kroatien auf eigenem Kiel unterwegs – und wir lieben es. Aber auch bei uns kommt das Gefühl auf nicht wirklich willkommen zu sein. Ich hoffe es ändert sich wieder. Auf der anderen Seite will ich aber auch die vielen positiven Erlebnisse erwähnen, die uns unsere Aufenthalte so angenehm machen. Der Großteil der Menschen ist offen und wir lernen immer wieder ganz tolle Menschen kennen, die unsere Einstellung zum Meer und zur Nautik allgemein teilen, sowie auch Mitarbeiter der Häfen, Marinas und Restaurants, die uns als Gast und sehr oft auch als Freund sehen. LG LK
Wir fahren seit 2000 nach Kroatien, Chartern seit 2018 und lieben das Land und die Menschen.
Es ist erschreckend, was sich da draußen auf dem Meer teilweise abspielt. Diese Kontrollen sind unserer Meinung nach längst überfällig und ich bin froh, das jetzt endlich härter durchgegriffen wird.
Wieso verbietet man Jet-Skis nicht einfach?
Ich kann mich allen vorigen Kommentaren nur anschließen. Wir fahren gerne nach Kroatien.
Wir chartern seit 2010 und erleben leider keine positiven Entwicklungen.
Lärmende, rücksichtslose Crews nehmen überhand und auch manch teure Hafengebühren (Preis-Leistung!) machen keinen Spaß mehr.
Genau so ist es.
Unser Segelschiff nach 21 Jahren verkauft. Überteuerte Marinas mit Infrastruktur wie in den 90er Jahren. Überhebliche Konobabetreiber.
( z. B. Opat, früher willkommene Gäste, heute mit Schiff mit 2 Personen weggeschickt.)
Vor Hochmut kommt der Fall. Marinagebühren, ohne entsprechende Gegenleistung, mangelndes techn. Service unprofessionell und astronomisch preislich hoch.
Lärmende Chartercrews , sind nun willkommener als , lang ansässige Eigner.
(Beschwerde, der Hr.Direktor, Sie können ja gehen ? end)
Weil sich die Behörden wichtig machen !?
In Buchten rasen Jetskis mit Tempo durch schwimmende Gäste.
Regt man sich auf, wird man angepöbelt.
Marinas haben die Infrastruktur der 15m Jachten bestückt mit 10 bis 15 Personen nicht angepasst, ausser den Preisen.
Toiletten und Duschen überfüllt, schlecht gewartet. Man muss sich bein schei…en anstellen!
Das ist Luxery???
Weiters,: Partylärm in den romantischen Buchten und hemmungslose Chartercrews in den Marinas.
Na Geld stinkt nicht.
Aber der Schuss wird irgendwann nach hinten losgehen. Ist nur eine Frage der Zeit.
Tip, man kann das auch umgehen.
Z.B. In jezera und anderen Orten gibt es Appartement wo man herrlich und noch preisgünstig wohnen kann.
Wir mieten uns ein Motorboot und machen Tagesausflüge. Alles vor der Haustür.
Nicht das gleiche Feeling wie unsere frühere Törns mit unseren Segler waren, aber trotzdem schön.
Was ich hier geschrieben habe ist nicht alleine meine Meinung , sondern auch vieler anderen.
Die Verantwortlichen des kroatischen Touristikmanagment sollten sich nicht zu weit hinauslehnen, denn dieser Luxusboom , von dem haben die normalen Bürger wenig davon. Kassieren tun diese Multimarinabetreiber Hedgesfond etc.
Es ist zu wünschen , dass bald dagegengesteuert wird.
Leider muss auch ich mich den vorigen Kommentaren anschließen. Nach über 30 Jahren Kroatien Urlaube mit eigenem Boot habe auch ich das Gefühl des nicht willkommenseins, das Geld aber sehr wohl. Die Teuerung ist zwar auch unangenehm aber das Hauptproblem ist der gesellschaftliche Wandel und die Einstellung zu uns als Gäste.
Ich bin mit meiner Frau den größten Teil des Sommers in Kroatien unterwegs, jährlich über 1000 Meilen und wenn in jeden Dorf nur mehr abkassiert wird (seit 2025 Mali u Veli Drivenik, Zaton b. Sibenik, Tisno) um nur einige zu nennen und das ohne Infrastuktur, Muring Wasser oder Strom, oder wenn man kurz auf Kaffee, Einkauf oder Mittagessen an einer Mole anlegt und dann kassiert wird, fühle ich mich nicht nicht als Gast.
Bojenfelder werden immer mehr (natürlich alles nur zum Schutz der Seegraswiesen) weiter im Süden wird zum Teil auch fürs Ankern abkassiert, also von Freiheit auf dem Wasser kann man nur träumen, das wars vor 30 Jahren. Schön langsam wirds wie bei den Autos da hat man auch das Gefühl die Parkwächter warten schon aufs nächste Auto.
Ich komme zusehens auch an den Punkt wo ich mich frage ob Kroatien mein künftiges Bootsrevier bleibt.
Ein großes Lob an Kristijan Antic und sein Team, seine Beiträge machen wirklich wieder Lust auf Kroatien, obwohl die Wirklichkeit manchmal etwas anders ist.
Allen einen schönen unfallfreien Sommer
Ich glaube nicht, daß der eingeschlagene Weg wieder verlassen wird – dafür ist er zu lukrativ. Die Probleme hat nur die bedauernswerte Bevölkerung, die in den massen-touristischen Orten leben muß – Beispiele dafür gibt es überall auf der ganzen Welt. Im Urlaub Ruhe und Erholung zu finden, ist heutzutage etwas aufwändig – insbesondere, wenn man sich nicht in einem Ressort einkasernieren möchte – , aber es gelingt – auch in Kroatien 🙂 genug Proviant und gute Seemannschaft, los geht’s.