Die kroatische Küste zeigte sich gestern von ihrer unbändigsten Seite. Wer derzeit an der Adria weilt oder die Wetterkarten verfolgt, wird Zeuge eines echten Naturspektakels – das allerdings auch große Gefahren birgt. Eine orkanartige Bura hat weite Teile der Küste fest im Griff und sorgt für Ausnahmezustand.
Spitzenböen von 192 km/h in Mišnjak
Wie das Nachrichtenportal Dalmacija Danas berichtet, hat der gefürchtete Fallwind an einigen Orten absolute Rekordwerte erreicht. Besonders hart getroffen hat es die Insel Rab. Im Bereich des südlichen Fährhafens Mišnjak wurden gestern Nachmittag unglaubliche Spitzenböen von 192 Kilometern pro Stunde gemessen!
Schaut euch das obige Foto der Fähren der Rapska Plovidba an: Es zeigt eindrucksvoll die Szenerie genau dort in Mišnjak. Die See kocht, die Gischt wird vom rasenden Wind wie Nebel über das Wasser gepeitscht und die schweren Fähren liegen gezwungenermaßen im Hafen. An einen sicheren Fährbetrieb auf das Festland (Stinica) ist bei solchen Windgeschwindigkeiten nicht im Geringsten zu denken – die Insel ist bei solchen Orkanen vorübergehend vom Festland abgeschnitten.
Mitarbeiter von Radio Rab produzierten das Video und maßen die Windgeschwindigkeiten

Was bedeutet das für die Küste?
Die Bura, die eiskalt von den Hängen des Velebit-Gebirges auf das Meer hinabstürzt, bringt das öffentliche Leben an der Küste regelrecht zum Erliegen:
- Stillstand auf dem Wasser: Nahezu alle Fähr- und Katamaranverbindungen in der Kvarner Bucht und weiten Teilen Dalmatiens müssen bei dieser Windstärke eingestellt werden.
- Gesperrte Straßen und Brücken: Berüchtigte Nadelöhre wie die Pager Brücke, die Krk-Brücke oder Teile der Adria-Küstenstraße (Jadranska magistrala) werden für den Verkehr (oder zumindest für Wohnwagen, Motorräder und Lkw) komplett gesperrt, um Unfälle zu vermeiden.
- Gefahr an Land: Herumfliegende Gegenstände, abgerissene Äste und beschädigte Dächer gehören bei Windgeschwindigkeiten nahe der 200 km/h-Marke leider oft dazu.
Respekt vor den Naturgewalten
Ereignisse wie diese zeigen immer wieder, wie mächtig die Natur an der Adria sein kann. So faszinierend das Schauspiel der aufgewühlten See und der fliegenden Meeresgischt auch ist – Sicherheit geht vor. Einheimische wissen genau, dass man bei einer solchen Orkan-Bura am besten zu Hause im Warmen bleibt.
Allen, die aktuell vor Ort sind: Haltet euch an die Warnungen der Behörden (DHMZ) und checkt die Verkehrsmeldungen (HAK), bevor ihr euch auf den Weg macht!
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