Wer sich aktuell an der kroatischen Küste aufhält, muss sich auf massive Einschränkungen einstellen. Die Bura – ein extrem starker und kalter Fallwind – hat an der Adria voll zugeschlagen und sorgt für ein regelrechtes Verkehrschaos. Besonders hart trifft es derzeit die beliebte Insel Pag: Sie ist momentan vollständig vom Rest der Welt isoliert.
Brücke gesperrt, Fähren fallen aus
Wie das kroatische Küstenportal Morski.hr berichtet, geht auf und um die Insel Pag aktuell gar nichts mehr. Aufgrund von orkanartigen Böen, die besonders am Fuße des mächtigen Velebit-Gebirges wüten, musste die Pager Brücke (Paški most) aus Sicherheitsgründen für sämtlichen Verkehr gesperrt werden.
Doch damit nicht genug: Da die Naturgewalten auch das Meer aufpeitschen, wurde parallel der Fährverkehr eingestellt. Weder über den Landweg noch über das Wasser gibt es derzeit ein Vor und Zurück für Einheimische und Urlauber.
Seeverkehr weitreichend lahmgelegt
Die extremen Wetterbedingungen beeinträchtigen nicht nur die Anbindung nach Pag. Im gesamten Kvarner- und Norddalmatien-Gebiet ruht der Schiffsverkehr zu weiten Teilen. Aktuell sind unter anderem folgende Linien ausgesetzt:
- Fähren: Stinica – Mišnjak (Verbindung zur Insel Rab) sowie Prizna – Žigljen (Verbindung zur Insel Pag)
- Katamarane: Rijeka – Cres – Mali Lošinj sowie Rijeka – Rab – Novalja (Pag)
Ausnahmezustand auf den Straßen – Umleitungen eingerichtet
Auch auf den Straßen zwingt die Bura Autofahrer in die Knie. Für bestimmte Fahrzeuggruppen gelten in den Küstenregionen strenge Fahrverbote. Der Transitverkehr muss weiträumig ausweichen:
- Richtung Dalmatien: Autofahrer können die Autobahn A1 nur bis zum Knotenpunkt Sveti Rok nutzen. Von dort aus wird der Verkehr über Staatsstraßen (Gračac, Obrovac und Karin / DC50-DC27) oder alternativ über die Route Karlovac–Knin–Split (DC1) ins Landesinnere umgeleitet.
- Richtung Rijeka/Istrien: Hier bieten sich als Ausweichrouten die Autobahn A6 (Rijeka–Zagreb) oder die alte Landstraße durch die Bergregion Gorski kotar (DC3) an.
Zusätzliche Gefahr auf der A1: Zwischen dem Rastplatz Jasenice und dem Tunnel Čelinka (Fahrtrichtung Zagreb) hat der Wind offenbar einen Container auf die Fahrbahn geweht. Hier ist ein strenges Tempolimit von 40 km/h vorgegeben – höchste Vorsicht ist geboten!
Unser Tipp für Reisende
Die Bura zeigt einmal mehr, welche unbändige Kraft die Natur in der Kvarner-Bucht und in Dalmatien entfalten kann. Falls ihr gerade vor Ort seid: Bleibt am besten drinnen, sichert lose Gegenstände und verfolgt unbedingt die aktuellen Warnungen des kroatischen Autoclubs (HAK) sowie der lokalen Wetterdienste, bevor ihr euch ins Auto setzt. Fahrt vorsichtig und bleibt sicher!

Vielen Dank für das Update! Ja die Bura hat es in sich. Habe als kleiner Junge meinem Vater in den Wellen in Abbazia beim Schwimmen zu gesehen. Er wollte die neuen Flossen ausprobieren 😉 Viele Grüsse!