Brijuni am Scheideweg: Zwischen historischem Glanz und aktueller Vernachlässigung

Der Nationalpark Brijuni gilt als eines der wertvollsten Juwelen Kroatiens. Doch hinter der glänzenden Fassade aus türkisblauem Wasser und unberührter Natur brodelt es. Die Abgeordnete Sanja Radolović (SDP) schlägt nun Alarm: Sie kritisiert eine jahrelange Orientierungslosigkeit und fordert ein Ende des „verantwortungslosen Umgangs“ mit diesem Nationalerbe.

Ein Juwel ohne Kompass?

Trotz seines immensen Potenzials und seines Status als Aushängeschild der Halbinsel Istrien leidet der Nationalpark Brijuni laut Radolović seit Jahren unter einem massiven Mangel an klaren Strategien. In einer aktuellen Debatte im kroatischen Parlament verdeutlichte sie, dass das Archipel Gefahr läuft, zum Symbol für verpasste Gelegenheiten zu werden.

Die Kernkritik: Es fehlt an konkreten Investitionen und einer verantwortungsvollen Führung.

Die Kritikpunkte im Überblick:

  1. Marode Infrastruktur: Während private Investoren in Istrien Luxusresorts auf Weltniveau errichten, scheinen die staatlich verwalteten Kapazitäten auf Brijuni in der Zeit stehen geblieben zu sein. Radolović wies darauf hin, dass die Unterbringungsmöglichkeiten teilweise in einem Zustand seien, für den man sich schämen müsse.
  2. Bürokratischer Stillstand: Ein eigens eingerichteter staatlicher Ausschuss sollte die Richtung für die Hotelentwicklung auf den Inseln vorgeben. Das Ergebnis bisher? Laut Radolović „nicht einmal eine DIN-A4-Seite“ an konkreten Plänen.
  3. Fehlende Nachhaltigkeit: Ohne eine klare Strategie lässt sich kein nachhaltiger Tourismus realisieren, der sowohl den Naturschutz als auch die wirtschaftliche Rentabilität vereint.

Istrien als „Netto-Zahler“

Ein besonders wunder Punkt in der Debatte ist die finanzielle Verteilung. Radolović betont immer wieder, dass die Bürger Istriens deutlich mehr in den staatlichen Haushalt einzahlen, als die Region in Form von Projekten zurückerhält. Ihre Forderung ist klar: Ein Teil dieses Geldes muss zurückfließen – und zwar direkt in den Erhalt und die Modernisierung des Nationalparks Brijuni.

Fazit: Es ist Zeit für Taten

Der Appell der Abgeordneten ist ein Weckruf an die Regierung in Zagreb. Brijuni darf nicht länger nur als Kulisse für PR-Zwecke dienen, während die Substanz verfällt.

„Es ist an der Zeit, von der deklarativen Sorge zu konkreten Schritten überzugehen“, so Radolović. Für die Zukunft der Inseln bedeutet das: Transparenz, professionelles Management und eine langfristige Vision, die diesem einzigartigen Ort gerecht wird.

Was denkt ihr? Habt ihr Brijuni in letzter Zeit besucht? Ist der Sanierungsstau spürbar oder überwiegt für euch die natürliche Schönheit? Schreibt es uns in die Kommentare!

3 Kommentare
  1. Absolut richtig – wir haben den Besuch a d Insel sehr geliebt und möchten wieder kommen – es ist ein Traum dort zu laufen oder mit dem Hund spazieren zu gehen. Gastro und Hotel jedoch katastrophal… Zum Glück waren wir mit dem Boot da. Die Insel hat potential – jedoch braucht es ein neues gut geführtes und schönes Hotel samt Restaurant. Man darf sich nicht wie im Kommunismus fühlen …

  2. Ich komme immer wieder gerne mit Crews nach Brijuni und übernachte in der kleinen Marina. Wenn die Tagestouristen die Insel mit den Schiffen verlassen, wird es richtig ruhig und man kann die Landschaft und auch ein Glas Wein auf der Hotelterrasse genießen.

  3. Die Inseln sehen interessant aus – insbesondere die Gebäude darauf – und wären auf dem Weg in den Süden ein idealer Zwischenstopp. Da wir nicht € 270,00 für eine Übernachtung bezahlen, segeln wir immer daran vorbei.

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