Wer heute den Hafen von Split beobachtet hat, durfte Zeuge eines echten Spektakels werden. Wie die kroatischen Nachrichtenportale berichten, ist der riesige US-Flugzeugträger USS Gerald R. Ford (CVN 78) in die dortigen Gewässer eingelaufen.
Mit rund 333 Metern Länge, über 76 Metern Höhe und Platz für bis zu 75 Flugzeuge ist die Ford nicht nur der absolute Stolz der US-Marine, sondern schlichtweg das größte jemals gebaute Kriegsschiff der Welt. Rund 5.000 Besatzungsmitglieder sind an Bord und freuen sich vermutlich darauf, die Restaurants und Bars in Split in Beschlag zu nehmen. Offiziell heißt es, dass es sich um einen geplanten Hafen- und Wartungsbesuch im Rahmen der Kooperation mit den Alliierten handelt, nachdem das Schiff zuvor seinen Aufenthalt vor Kreta überraschend verkürzt hatte.
Aber Moment mal – ein “Wartungsbesuch”?
Da müssen wir doch kurz einhaken: Wir wollen ja wirklich schwer hoffen, dass dieser Zwischenstopp im Mittelmeer nicht in erster Linie dazu dient, die Klos an Bord zu reparieren! Wer die Berichte der vergangenen Wochen aufmerksam verfolgt hat, wird sich vielleicht erinnern. Man hörte nämlich immer wieder davon, dass das fast 13 Milliarden Dollar teure Hightech-Schiff ein ziemlich banales, aber dafür umso ekligeres Problem hat: chronisch defekte Waschmaschinen und reihenweise ausfallende Toiletten.
Bei hunderten WCs und 5.000 Menschen an Bord kann man sich das Chaos nur zu gut vorstellen, wenn das komplexe Sanitärsystem streikt.
Jeder Bootsbesitzer wird hier vermutlich ohnehin gerade wissend nicken und mitleidig schmunzeln: Die Tücken von Bord-WCs – egal ob verstopfte Schläuche, klemmende Ventile oder streikende Pumpen – kennt man als Skipper schließlich zur Genüge ;-). Nur dass es hier eben um einen atomgetriebenen Flugzeugträger geht und nicht um eine 10-Meter-Segelyacht.
Es hat schon eine gewisse Ironie, wenn das mächtigste Schiff der Welt samt modernster Waffensysteme in die Adria eilt, nicht zwingend um geopolitische Stärke zu demonstrieren, sondern weil die Marinesoldaten einfach dringend mal wieder eine funktionierende Spülung und saubere Unterhosen brauchen.
Hoffen wir also, dass die örtlichen kroatischen Klempner in Split schon ihre Werkzeugkoffer gepackt haben – es gibt auf der USS Ford offenbar einiges zu tun!
