Seekontrollen in Kroatien: Policija läuft sich für den Sommer warm!

Eigentlich sollte es ein ganz normaler Samstagvormittag auf dem Wasser sein. Die Sonne glitzert im Murtersko more direkt vor Tribunj, und so wie jeden Samstag fahren die Einheimischen zum Fischen aufs Meer.
Doch wer glaubt, dass hier noch die alte Gelassenheit herrscht, der täuscht sich. Die Policija läuft sich warm für den Sommer – und das mit einer Vehemenz, die viele vor Ort fassungslos macht.

Der Vorfall: Mit Vollgas gegen die Tradition

Heute Vormittag bot sich Beobachtern ein Bild, das symptomatisch für die neue Ära der Überwachung steht. Ein lokaler Fischer lag mit seinem kleinen Boot ruhig auf dem Wasser, um – wie eh und je – das Mittagessen für seine Familie zu sichern. Nichts Spektakuläres, kein kommerzieller Raubbau, einfach nur gelebte Tradition.

Doch die Idylle wurde jäh unterbrochen: Eine Polizeipatrouille raste mit vollem Tempo direkt auf das kleine Boot zu. Erst kurz vor dem Fischer wurde der Hebel umgelegt und abgebremst. Die Botschaft war klar: Wir sind da, und wir schauen genau hin.

„Es fühlt sich nicht mehr nach Schutz an, sondern nach Einschüchterung. Warum muss man einen Mann, der zwei Fische für die Pfanne fängt, wie einen Schwerverbrecher ansteuern? Es ist doch klar ersichtlich, dass es hier nicht um Drogenhandel oder ähnliches geht“ – Stimme aus der lokalen Bevölkerung.

2026: Das Ende des „Wilden Westens

In Insiderkreisen ist die Rede von einem markanten Richtungswechsel in der Beamtenschaft. Seit Beginn des Jahres 2026 ist ein deutlicher Ruck spürbar. Die Zeiten, in denen man in der Kroatischen Adria nach dem Prinzip „Leben und leben lassen“ verfuhr, scheinen endgültig vorbei zu sein.

Was hat sich geändert?

  • EU-Konformität: Die Kontrollen werden strenger an Brüsseler Standards ausgerichtet.
  • Null-Toleranz-Strategie: Auch kleinste Verstöße oder vermeintliche Routine-Checks werden mit maximaler Präsenz durchgeführt.
  • Systematische Professionalisierung: Weg von der „Wild-West-Manier“, hin zu einer lückenlosen, fast schon klinischen Überwachung des Seegebiets.

Ausblick: Ein „gläserner“ Sommer?

Man darf gespannt sein, wie dicht das Kontrollnetz im Hochsommer gewebt sein wird. Wer glaubt, den Beamten auf dem Wasser entkommen zu können, sollte den Blick gen Himmel richten. Es wird darüber gesprochen, dass die Policija verstärkt auf Drohnentechnologie setzen wird, um auch die entlegensten Buchten effizient im Auge zu behalten.

Der Unmut in der Bevölkerung ist bereits spürbar. Während Sicherheit auf See natürlich Priorität hat, fragen sich viele, ob die Verhältnismäßigkeit verloren gegangen ist. Wenn der Fischer für den Eigenbedarf zum Zielobjekt einer Hochgeschwindigkeits-Abfangjagd wird, hat das mit “Sicherheit” nur noch wenig zu tun.

Was denkst du über die verschärften Kontrollen? Ist es notwendige Ordnung oder das Ende der adriatischen Freiheit?

8 Kommentare
  1. Es ist natürlich wahnsinnig schwierig eine “goldene Mitte” bei den Kontrollen zu finden. Einerseits gibt es eben Vorgaben und andererseits die oben beschriebene lange Tradition. Ich persönlich begrüße die Kontrollen, da ich schon einiges erlebt habe – wie z. B. unbeleuchtete Fischer in der Nacht, mit 30 Knoten in den Kornaten mit ca 25 Meter Abstand zu uns vorbei, Fahrten direkt entlang des Festlandes mit viel zu hoher Geschwindigkeit, und noch einiges mehr. Auch die sogenannten “Kleinen” wie die Sea-Jets machen einfach was und wie sie es wollen ohne Rücksicht auf Schwimmer und andere Verkehrsteilnehmer zu nehmen. Der Schwell, den sie verursachen, ist ihnen genau so egal. Also Kontrollen – JA, aber ich bin auch für Augenmaß – das ist allerdings, wie Eingangs schon erwähnt, nicht gerade einfach. LG LK

  2. Hallo ich finde die Kontrollen sehr wichtig. Es ist besonders gut wenn wir Touristen auf dem Wasser sind. Bei einem Fischerboot das so langsam dahin duckert ist das übertrieben.

  3. Kontrollen sind OK,aber mit Augenmaß.Und bitte die schwarzen Schafe (werden jedes Jahr mehr)rausfiltern.Ps,Seemanschaft lässt leider auch zu wünschen über.selten wird Rücksicht auf andere genommen.Gruss Smek.

  4. Wir fahren seit 1975 nach (ehemalige Jugoslawien) Kroatien. Die Toleranz und Respekt gegenüber der einheimischen Bevölkerung wird jedes Jahr geringer. Meistens glauben die Touristen sie dürfen sich alles erlauben. Egal auf der Strasse, Hafen, oder auf See. Finde die Strafen gerecht.
    LG.Josef

  5. Kontrolle ist schon wichtig, aber mit Maß und Ziel. Die Jetski-Fahrer sollten viel mehr kontrolliert werden, weil sie einfach immer zu schnell unterwegs sind, ohne Rücksicht auf andere Bootsfahrer oder gar Schwimmer. Aber wenn man wie hier, die Fischer kontrolliert, die für das Familienessen sorgen, ist da die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gegeben, und da kann man schon von Abzocke sprechen.

    Liebe Grüße Conni

  6. Wie auf der Straße wo 400 neue Radarkästen aufgestellt wurden jetzt wohl auch auf dem Meer.
    Vom Prinzip Augenmaß jetzt auf Abzocke umgestellt.
    Kroatien ist sehr schnell in der EU angekommen.
    Leider!

    1. Hallo Josef, Radarkästen kontrollieren eine verordnete Geschwindigkeit. Und wenn ich mir ansehe, wie manche in den Ortschaften dahinrasen, dann ist jeder neue Radarkasten gerechtfertigt. Es ist vielerorts wirklich ein großes Risiko für alle Beteiligten. Abzocke kann ich da keine sehen. Wer sich an die Regeln hält hat absolut nichts zu befürchten. Ganz im Gegenteil. Die Strafen führen (hoffentlich) zu mehr Respekt und Sicherheit. LG Ludwig

  7. wir sind oft auf dem Campingplatz Kosirina in der gleichnamigen Bucht auf der Insel Mutter. wenn man da vom sicheren Ufer aus beobachtet was dort auf dem Wasser angeht würde man sich oft eine Kontrolle wünschen. volltrunkene Skipper die in der überfüllten Bucht waghalsige Ankermanöver fahren. Dazwischen Schlauchboote und Jetski, die von der 300m Regel nichts gehört haben und dann noch Schwimmer und Sup-Fahrer.

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