Es ist ein echtes Stück Seefahrtsgeschichte: Die Konoba Mare ist die älteste Konoba der gesamten Kornaten. Doch gleich vorweg ein kleines Kuriosum: Diese älteste Konoba der Region liegt streng genommen gar nicht in den Kornaten!
Warum das so ist? Ganz einfach: Als man 1980 nach langem Hin und Her die Grenzen für den heutigen Nationalpark zog, war die Konoba Mare auf der kleinen Insel Katina längst eine etablierte Anlaufstelle für Fischer und die bis dahin vereinzelten Touristen. Für die Einheimischen reichten die Kornaten damals im Norden traditionell bis zur Insel Dugi Otok und endeten nicht – so wie es die offiziellen Karten heute vorgeben – mit der Insel Kornat.

Von der „Schmutzigen Marie“ zum kulinarischen Hotspot
Das Restaurant liegt strategisch günstig an der Durchfahrt Vela Proversa, die als eines der beiden Nordtore zum Nationalpark gilt. Ursprünglich diente das Steinhaus am Wasser vor allem als Schutzhütte für Fischer, die hier bei Sturm Zuflucht suchten.
Heute ist von der „Schmutzigen Marie“ (Šporka Mare), wie die Konoba in ihren rauen Anfangstagen oft genannt wurde, nicht mehr viel übrig. Ein Blick in die Rezensionen offenbart ohnehin die Ironie dieses alten Namens: Wer die Geschichte kennt, weiß, dass die ursprüngliche Mare alles andere als schmutzig war. Laut Stammgästen war sie eher eine „lebende Heilige“, die selbst betrunkenen oder fluchenden Seeleuten stets mit engelsgleicher Höflichkeit begegnete.
Heute hat die Familie Šešelja aus dem Ort Sali auf Dugi Otok das Ruder übernommen und aus der einfachen Zuflucht eines der besten Restaurants im gesamten Archipel gemacht.

Das sagen die Gäste: Eindrücke von Google, TripAdvisor & Co.
Liest man sich durch aktuelle Erfahrungsberichte von Seglern und Touristen im Netz, zeichnet sich ein sehr klares Bild ab. Das traditionsreichste Lokal der Region hält konstant hohe Bewertungen (im Schnitt weit über 4 von 5 Sternen) und wird auf Reiseportalen als „Must-visit“ in den Kornaten gehandelt.
Was den Gästen besonders auffällt:
- Hervorragendes Essen auf offenem Feuer: Der Fokus liegt auf gehobener mediterraner Küche. Vor allem der fangfrische Fisch und die Meeresfrüchte, die traditionell auf der offenen Feuerstelle gegrillt werden, bekommen Bestnoten. Aber auch Fleischliebhaber loben die Steaks auf der Karte.
- Gehobenes Preisniveau, aber gerechtfertigt: Typisch für den Nationalpark sind die Preise im Mare im oberen Segment angesiedelt. Zahlreiche Rezensenten betonen jedoch, dass die tadellose Qualität der Zutaten und der hochprofessionelle Service jeden Euro wert sind.
- Beliebt und gut besucht: Ein oft genannter Ratschlag in den Bewertungen lautet: Unbedingt reservieren! Gerade in der Hochsaison wollen viele Segler ein Stück dieser Tradition erleben, weshalb Spontanbesuche am Abend schwierig werden können.
Auch wer keinen großen Hunger mitbringt, ist willkommen: Einen einfachen Kaffee in der ausgedehnten, gemütlichen Lounge unter angenehm kühlenden Pinien zu trinken, ist laut Gästen bereits ein Erlebnis für sich.
Das Panorama: Ein Pflichtprogramm für Landgänger
Nach der Zeit auf dem Wasser bietet die Insel Katina eine hervorragende Möglichkeit, sich die Beine zu vertreten.
Tipp für den Landgang: Lasst den Spaziergang auf den Hügel gleich hinter dem Restaurant keinesfalls aus! Der kleine Aufstieg dauert nur etwa 10 Minuten und belohnt Besucher – wie viele Urlaubsfotos in den Google-Rezensionen eindrucksvoll beweisen – mit einer atemberaubenden Aussicht über die Passage und die Inselwelt.

Stressfreies Anlegen für Skipper
Die Bucht vor dem Restaurant bietet eine gut ausbaute Mole mit Strom- und Wasseranschlüssen (Muringleinen). Das Anlegen selbst wird hier den Skippern so leicht wie möglich gemacht und in den Bewertungen oft als besonders angenehmer Start in den Abend hervorgehoben.
Dafür sorgt vor allem Duje Šešelja, der Juniorchef des Hauses. Er hilft jedem Boot persönlich beim Anlegen an der Mole.
Was man über Duje wissen muss:
- Sein Markenzeichen: Er ist selbst bei 36°C im Schatten konsequent mit einer langen Blue Jeans gekleidet.
- Seine Art: Mit seiner tiefen, sonoren Stimme strahlt er eine enorme Ruhe aus.
Unter Seglern in der Region steht fest: Der liebe Duje hat noch jeden Kapitän, ganz egal bei welchem Wind, absolut stressfrei reingeholt.

