Ein aktueller Fang in der Nähe von Split sorgt derzeit für Beunruhigung unter Fischern und Wissenschaftlern. In Kaštel Gomilica ging ein Silberstreifen-Kugelfisch (Lagocephalus sceleratus) ins Netz – eine hochgiftige invasive Art, die in unseren Gewässern eigentlich nicht heimisch ist.
Was ist passiert?
Ein lokaler Fischer staunte nicht schlecht, als er einen Fisch aus dem Wasser zog, der so gar nicht in das typische Bild der dalmatinischen Adria passt. Es handelte sich um die „Srebrnopruga napuhača“, wie sie auf Kroatisch genannt wird. Dieser Fisch stammt ursprünglich aus dem Indopazifik und gelangte durch den Suezkanal ins Mittelmeer. Aufgrund der steigenden Meerestemperaturen breitet er sich nun immer weiter nach Norden aus.
Warum ist dieser Fisch so gefährlich?
Der Silberstreifen-Kugelfisch ist kein harmloser Exot. Er enthält Tetrodotoxin (TTX), ein extrem starkes Nervengift, das vor allem in der Leber, den Gonaden und der Haut konzentriert ist.
Hier sind die wichtigsten Fakten zur Gefahr:
- Tödliche Dosis: Tetrodotoxin ist etwa 1.200-mal giftiger als Cyanid. Schon der Verzehr geringer Mengen kann beim Menschen zu Lähmungen der Atemmuskulatur und zum Tod führen.
- Hitzebeständig: Das Gift wird beim Kochen, Braten oder Grillen nicht zerstört. Selbst wenn der Fisch gründlich durchgegart wird, bleibt er lebensgefährlich.
- Aggressiver Jäger: Der Fisch hat ein starkes Gebiss, mit dem er Angelschnüre und sogar Metallhaken mühelos durchbeißen kann. Er stellt zudem eine Bedrohung für das heimische Ökosystem dar, da er ein gefräßiger Jäger ist.
Wie erkennt man den Fisch?
Der Fisch hat eine charakteristische silberne Binde an den Flanken und dunkle Flecken auf dem Rücken. Wenn er sich bedroht fühlt, bläst er sich – typisch für Kugelfische – mit Wasser oder Luft auf.
Was tun, wenn man einen fängt?
Experten des Instituts für Ozeanographie und Fischerei in Split mahnen zur äußersten Vorsicht:
- Nicht verzehren: Dies ist die wichtigste Regel. Der Fisch darf unter keinen Umständen auf dem Teller landen.
- Vorsicht beim Anfassen: Es wird empfohlen, den Fisch nicht mit bloßen Händen zu berühren, da das Gift theoretisch auch über Wunden aufgenommen werden könnte (und der Fisch scharfe Zähne hat).
- Meldung machen: Wenn Sie einen solchen Fisch fangen, entsorgen Sie ihn sicher (nicht zurück ins Meer werfen, um die Vermehrung nicht zu fördern) und informieren Sie lokale Behörden oder Forschungseinrichtungen.
Fazit
Der Fang bei Split zeigt, dass sich die Flora und Fauna der Adria durch den Klimawandel rasant verändert. Während die Adria weiterhin ein sicheres Urlaubsziel bleibt, sollten Fischer und Hobby-Angler wachsam sein. Unbekannte Fische sollten niemals ohne vorherige Identifizierung verzehrt werden.

