Es ist noch gar nicht lange her, da sorgte ein Fall für Schlagzeilen in den regionalen Medien: Ein Raser wurde mit 237 km/h auf der A1 bei Zadar geblitzt. Damals wurde die Strafe bereits als „mehr als human“ bezeichnet. Doch wer dachte, dass dies ein einmaliger Ausreißer war, wurde am vergangenen Wochenende eines Besseren belehrt. Ein neuer, trauriger Rekord wurde aufgestellt.
Die Jagd nach dem Negativ-Rekord
Am vergangenen Wochenende hielten die Messgeräte der kroatischen Autobahnpolizei erneut den Atem an. Wieder war es der Abschnitt auf der A1 nahe der Raststätte Pristeg. Diesmal im Visier: Ein 46-jähriger Slowene, der mit seinem Auto alle physikalischen Vernunftgrenzen sprengte.
Mit 241 km/h überbot er den bisherigen Spitzenwert um weitere 4 km/h. Selbst nach Abzug der obligatorischen Toleranzgrenze bleibt eine Geschwindigkeit, bei der jede kleinste Lenkbewegung oder ein technischer Defekt zur Katastrophe geführt hätte.
„Human“ war gestern – heute ist es fast ein Schnäppchen
Das eigentliche Problem ist jedoch nicht nur die Geschwindigkeit, sondern das Signal, das unsere Justiz aussendet, meinen viele Beobachter. Trotz der Steigerung des Tempos bleibt das Strafmaß auf einem Niveau, das oft unverständlich ist:
- Das Bußgeld: Der slowenische Fahrer muss lediglich 660 Euro zahlen.
- Das Fahrverbot: Für gerade einmal einen Monat darf er in Kroatien kein Fahrzeug der Kategorie B führen.
Vergleicht man dies mit dem Fall vor ein paar Wochen (237 km/h), sieht man: Das System scheint keine Eskalationsstufen zu kennen. Wer mit über 240 Sachen über die Autobahn jagt, zahlt in Kroatien kaum mehr als ein Urlauber, der in anderen Ländern die Parkuhr vergisst.
Während andere EU-Länder die Daumenschrauben massiv anziehen, scheint unser Land mittlerweile ein Paradies für PS-Junkies zu sein.
- In Österreich wäre bei diesem Tempo (über 100 km/h über dem Limit) das Auto heute wahrscheinlich weg – beschlagnahmt und versteigert.
- In der Schweiz würde der Fahrer nicht über ein Bußgeld diskutieren, sondern direkt über eine Gefängnisstrafe.
In Kroatien hingegen bleibt es bei einer Summe, die für Besitzer potenter Oberklasse-Fahrzeuge oft nur Portokasse ist. Der Fall bei Pristeg zeigt deutlich: Wenn 237 km/h schon nicht abgeschreckt haben, werden 241 km/h sicher nicht das Ende der Fahnenstange sein, solange die rechtlichen Konsequenzen so gering bleiben.
Fazit: Wann reagiert der Gesetzgeber?
Beobachter meinen, der neue „Rekord“ des Slowenen sollte ein Weckruf sein. Die Polizei leiste mit ihren Abfangjägern hervorragende Arbeit, doch was nützt die beste Überwachung, wenn die Strafe keine abschreckende Wirkung hat?
Es ist an der Zeit, dass Kroatien über drastischere Maßnahmen nachdenkt – wie etwa die Beschlagnahmung von Fahrzeugen bei extremen Verstößen.
Was ist eure Meinung? Ist der Titel „Human“ für solche Strafen noch passend, oder ist das Maß an Toleranz gegenüber Rasern auf der A1 längst überschritten?
Diskutiert mit uns in den Kommentaren!
Quellen: Zadarski List
