Wer von euch es schon einmal im Hochsommer versucht hat, von der Autobahn in die Innenstadt von Split zu gelangen, kennt das Problem: Die Verkehrsüberlastung rund um die zweitgrößte Stadt Kroatienkann zeitweise zu einem wirklichen Verkehrs-Horror werden!
Doch nun gibt es konkrete Neuigkeiten zu einem der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region: Der „neue Eingang nach Split“ (Novi ulaz u Split) nimmt Gestalt an.
Die staatliche Straßengesellschaft Hrvatske ceste hat die Entscheidung über das Design der neuen Brücke getroffen, die die Bucht von Kaštela überspannen wird.
Die Entscheidung ist gefallen: Funktionalität trifft Ästhetik
Lange wurde spekuliert, wie das gewaltige Bauwerk aussehen wird. Nun ist klar: Die Wahl fiel auf den Entwurf der Fakultät für Bauwesen in Zagreb.
Im Gegensatz zur imposanten Pelješac-Brücke, die mit ihren Pylonen und Seilen schon von Weitem ins Auge sticht, setzt man bei der Brücke über die Bucht von Kaštela auf eine schlanke Balkenbrücke aus Spannbeton.
Warum dieses Design? Die Jury betonte, dass sich dieser Entwurf besonders harmonisch in die Landschaft einfügt. Da die Bucht von Kaštela von den Bergen Kozjak und Mosor sowie der historischen Kulisse von Split und Kaštela umgeben ist, wollte man ein Bauwerk, das die Sichtachsen nicht unnötig stört, aber dennoch eine moderne, elegante Linie zeigt.
Die technischen Eckdaten
- Verbindung: Die Brücke wird den Bereich Stinice (Split) direkt mit Kaštel Sućurac verbinden.
- Länge: Mit einer Länge von rund 1.500 Metern (1,5 km) wird sie eines der längsten Bauwerke Kroatiens.
- Höhe: Die Brücke wird hoch genug sein (ca. 55 Meter über dem Meeresspiegel), damit der Schiffsverkehr zum Hafen von Nord-Split und zum Vranjic-Becken weiterhin reibungslos fließen kann.
- Zweck: Sie ist das Herzstück des Projekts „Novi ulaz u Split“, das den Verkehr von der Autobahn A1 (Abfahrt Vučevica) durch einen Tunnel im Kozjak-Gebirge direkt über die Brücke ins Stadtzentrum leiten soll.
Die neue Verbindung ist ein „Gamechanger“ für die gesamte Region:
- Enorme Zeitersparnis: Die chronisch verstopfte Küstenstraße (Magistrale) durch die sieben Kaštela-Orte wird massiv entlastet.
- Schnellere Verbindung zum Hafen: Touristen, die zu den Fähren nach Brač, Hvar oder Vis wollen, können die Stadt deutlich schneller erreichen.
- Wirtschaftlicher Push: Die Anbindung des Hinterlandes und der Industriezonen in Nord-Split verbessert sich erheblich.
Auch wenn das Design nun feststeht, ist ein Projekt dieser Größenordnung ein kleiner Marathon. Nach der Designentscheidung folgen nun die detaillierte Projektierung, die Einholung der restlichen Baugenehmigungen und schließlich die Ausschreibung für die Bauarbeiten.
Eines ist jedoch sicher: Die Skyline der Bucht von Kaštela wird sich in den nächsten Jahren nachhaltig verändern – und Split damit ein Stück moderner und erreichbarer machen.
