Es gibt Nachrichten, die einem sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubern und gleichzeitig zeigen, wie wichtig der Schutz unserer Wildtiere ist. Eine genau solche Geschichte ereignete sich kürzlich in der kroatischen Region Lika und wurde vom Webportal Novi List recherchiert: Ein kleines Bärenjunges verirrte sich in den Garten einer Familie nahe Gospić und sorgte für ordentlich Aufregung. Nun hat das Abenteuer des kleinen Bären ein glückliches Ende gefunden.
Der ungewöhnliche Gast im Holzschuppen
Alles begann auf dem Grundstück der Familie Čačić nahe Gospić. Plötzlich tauchte dort ein kleines, flauschiges Bärenjunges auf. Zunächst griffen örtliche Jäger ein und brachten das Tier zurück in den Wald, in der Hoffnung, dass es wieder zu seiner Mutter finden würde. Doch der kleine Ausreißer hatte offenbar andere Pläne: Statt im Wald zu bleiben, kehrte das Bärchen kurzerhand zurück und machte es sich im Holzschuppen der Familie gemütlich!
Schnelle Hilfe für das Findelkind
Da der kleine Bär (“mali medo”) nach diesem intensiven Kontakt mit Menschen und ohne seine Mutter nicht mehr allein in der Wildnis überleben konnte, musste eine dauerhafte Lösung her. Nach einer vorübergehenden Unterbringung schalteten sich das zuständige Interventionsteam und Vertreter des Ministeriums ein. Nach einer tierärztlichen Untersuchung fiel die Entscheidung schnell: Der Bär bleibt in der Lika-Region, zieht aber in das bekannte Bärenrefugium in Kuterevo (Utočište za medvjede Kuterevo) um.

Ein sicherer Hafen im Velebit-Gebirge
Das Refugium in Kuterevo, das in einem wunderschönen Tal im Velebit-Gebirge liegt, ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Seit vielen Jahren nimmt die Organisation verwaiste Bären auf, die zu jung sind, um allein in der Natur zu bestehen, oder die durch Menschenkontakt ihre natürliche Scheu verloren haben. Einmal an den Menschen gewöhnt, können diese Tiere nicht mehr ausgewildert werden. In Kuterevo wird das Bärchen nun in einem weitläufigen, naturnahen Umfeld aufwachsen, liebevoll umsorgt von engagierten Experten und ehrenamtlichen Helfern aus der ganzen Welt.

Ein Name mit Bedeutung
Derzeit wartet der kleine Bär noch auf seinen offiziellen Namen, da das Geschlecht zunächst zweifelsfrei bestimmt werden musste. Es gibt jedoch schon eine rührende Idee: Sollte es sich um ein Bärenmädchen handeln, lautet der Vorschlag, sie „Mia“ zu nennen – benannt nach ihrer allerersten menschlichen Freundin aus der Familie, bei der sie Zuflucht suchte.
Ein Happy End für den Bären
Auch wenn es bedauerlich ist, dass das Bärenjunge nicht bei seiner leiblichen Mutter in freier Wildbahn aufwachsen kann, hat es im Refugium Kuterevo nun die besten Chancen auf ein langes, glückliches Bärenleben fernab von Gefahren. Diese Geschichte ist eine wunderbare Erinnerung daran, wie wichtig Auffangstationen für unsere heimischen Wildtiere sind.
