Bürgeraufstand im schönsten Küstenort Europas: Stoppt die Zerstörung der Küste von Cavtat!

Ein idyllisches Juwel an der kroatischen Adria steht vor einer massiven Bedrohung, doch die Einheimischen wehren sich.
Wie verschiedene Kroatische Medien berichten formiert sich In Cavtat derzeit heftiger Widerstand gegen ein geplantes Mega-Bauprojekt: Das „Marina Resort Cavtat“. (wir berichteten)
Investoren planen für rund 130 Millionen Euro eine riesige Marina mit etwa 150 Liegeplätzen sowie ein Resort mit 260 Wohneinheiten und 900 Betten. Die Anwohner gehen nun auf die Barrikaden, um den Erhalt ihrer Natur und ihres Lebensraums zu verteidigen.

Beton statt Naturstrand

Die Pläne für das Gebiet Prahivac (Bucht Čista luka) klingen für Naturliebhaber wie ein Albtraum. Eine natürliche Kieselstrandbucht soll unwiederbringlich zubetoniert werden. Als wäre das nicht genug, ist sogar eine Tankstelle in einem eigentlich geschützten Bereich vorgesehen. Das öffentliche Küstengut (pomorsko dobro), das gesetzlich allen Menschen frei zur Verfügung stehen sollte, droht in eine private Promenade und einen Poolbereich exklusiv für Hotelgäste verwandelt zu werden.

Eine ökologische und historische Katastrophe

Die Umweltauswirkungen des Vorhabens sind gravierend. Laut den Protestierenden würde das Projekt unter anderem eine 700 Jahre alte Posidonia-Seegraswiese zerstören. Ganze 3,19 Hektar dieses durch europäische Richtlinien streng geschützten Lebensraums würden dauerhaft vernichtet werden.

Auch das kulturelle Erbe der Region ist in Gefahr: Das Areal befindet sich auf dem Grund der antiken Siedlung Epidaurum. Anstatt einer ständigen und strengen archäologischen Überwachung sieht das Projekt lediglich „gelegentliche Kontrollen“ vor – ein Risiko für unentdeckte historische Schätze, das die Bürger nicht hinnehmen wollen.

Kein Nutzen für die lokale Gemeinschaft

Ein weiteres starkes Argument der Bürgerinitiative ist die soziale und wirtschaftliche Realität vor Ort. Schon heute leidet die Region um Cavtat unter einem massiven Arbeitskräftemangel. Es fehlen Kellner, Köche, Reinigungskräfte, medizinisches Personal und Fahrer. Ein neues Mega-Resort würde Hunderte zusätzliche Arbeitskräfte erfordern, die unweigerlich importiert werden müssten. Die lokale Gemeinschaft profitiert von diesem Projekt nicht; stattdessen würden sich die bestehenden Infrastruktur- und Versorgungsprobleme nur weiter verschärfen.

Die klaren Forderungen der Bürger

Die Organisatoren einer Petition haben sechs Kernpunkte formuliert und fordern ein radikales Umdenken. Sie lassen keinen Spielraum für faule Kompromisse:

  1. Kompletter Stopp des Projekts: Keine Nachbesserungen, keine „neuen Varianten“, sondern die vollständige und endgültige Absage des Vorhabens.
  2. Dauerhafter Schutz: Die Bucht Čista luka und Prahivac sollen als letzter unberührter Teil der Küste Cavtats dauerhaft unter Schutz gestellt werden.
  3. Strategie für nachhaltigen Tourismus: Die Entwicklung einer Tourismusstrategie, die sich an den tatsächlichen Kapazitäten und Bedürfnissen der Gemeinde orientiert und nicht an den Profitinteressen von Großinvestoren.

Der Fall Cavtat zeigt exemplarisch, wie ungebremster Massentourismus und reine Investoreninteressen mit dem Schutz von Natur und lokalen Gemeinschaften kollidieren. Die Bürger von Cavtat haben verstanden: Unsere Natur und unsere Heimat sind unbezahlbar.
Wir sind gespannt, ob die Politik einlenkt und die Betonierung dieses wunderschönen Küstenabschnitts verhindert werden kann.

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