Wer in diesem Sommer mit dem Auto oder Motorrad in der kroatischen Küstenstadt Šibenik unterwegs ist, sollte beim Abstellen seines Fahrzeugs extrem vorsichtig sein. Was früher vielleicht als Kavaliersdelikt galt, kann heute den Preis eines Neuwagens kosten. Die Hafenverwaltung von Šibenik (Lučka uprava Šibenik) greift nun hart durch und verhängt Bußgelder, die selbst erfahrene Reisende schlucken lassen.
Warum sind die Strafen plötzlich so hoch?
Es handelt sich hierbei nicht um gewöhnliche Strafzettel der Stadtverwaltung, wie man sie aus der blauen Zone kennt. Die neuen Regelungen basieren auf dem nationalen Gesetz über das Meeresgut und die Seehäfen (Zakon o pomorskom dobru i morskim lukama).
Der Hafenbereich gilt als Sicherheitszone. Falsch geparkte Fahrzeuge behindern dort nicht nur den Verkehrsfluss und die Be- und Entladung der Fähren, sondern blockieren im Ernstfall auch Rettungswege und Feuerwehrzufahrten. Zudem spielen internationale Sicherheitsvorschriften für Häfen (der sogenannte ISPS-Code) eine Rolle, da unbefugt abgestellte Fahrzeuge als Sicherheitsrisiko eingestuft werden.
Die „gepfefferten“ Bußgelder im Überblick
Die Beträge sind gestaffelt, je nachdem, wer den Verstoß begeht. Doch schon der Mindestbetrag für Privatpersonen ist rekordverdächtig:
- Privatpersonen: 1.000 € bis 6.000 €
- Unternehmen (Juristische Personen): 6.000 € bis 33.000 €
- Verantwortliche Personen in Firmen: 2.000 € bis 6.000 €
- Gewerbetreibende/Selbstständige: 4.000 € bis 10.000 €
Wo wird es besonders teuer?
Die Überwachung konzentriert sich auf das Gebiet unter der Zuständigkeit der Hafenverwaltung. Besonders kritisch sind folgende Bereiche:
- Die Fahrspuren für die Einschiffung: Wer sein Auto in der Warteschlange für die Fähre stehen lässt, um „nur kurz“ einen Kaffee zu trinken oder Tickets zu kaufen, riskiert die Strafe.
- Bereich zwischen Gat Vrulje und dem Terminal: Diese Zone ist für den operativen Hafenbetrieb reserviert.
- Halteverbotszonen im Hafenterminal: Alle Flächen, die explizit mit einem Parkverbot gekennzeichnet sind.
- Gehwege und Promenaden: Besonders Motorradfahrer, die ihre Maschinen oft auf den breiten Flächen vor den Terminals abstellen, stehen im Fokus der Kontrolleure.
Tipps für Reisende und Einheimische
- Schilder beachten: Achten Sie penibel auf die Beschilderung der Hafenverwaltung. Sobald Sie das Hafengelände betreten, gelten andere Regeln als im restlichen Stadtgebiet.
- Offizielle Parkplätze nutzen: Nutzen Sie die ausgewiesenen Parkflächen oder die Tiefgarage. Diese sind im Vergleich zu einer 1.000-Euro-Strafe ein wahres Schnäppchen.
- Kurzzeitiges Verlassen des Fahrzeugs vermeiden: In den Warteschlangen für die Fähren sollte immer jemand beim Fahrzeug bleiben, um es im Notfall sofort bewegen zu können.
Die Zeiten, in denen man im Hafen von Šibenik „kreativ“ parken konnte, sind endgültig vorbei. Um die Urlaubskasse zu schonen, sollte man die Hafenmauer lieber nur zum Flanieren nutzen und das Auto sicher auf offiziellen Parkplätzen abstellen.
Quellen: Bericht ŠibenikIN, Zakon o pomorskom dobru i morskim lukama (Gesetz über das Meeresgut und die Seehäfen der Republik Kroatien).

Na endlich beginnen die Verantwortlichen zu reagieren. Das “wilde parken” ist ja ganz normal in Kroatien. Mal sehen was die Einheimischen sagen, die ja jetzt ihr Fahrzeug überall auf allen möglichen und unmöglichen Plätzen abstellen. Das Durchkommen wird sicherlich einfacher.