Lange Wartezeiten – Kroatien verschärft Kontrollen an den Außengrenzen!

Wer aktuell plant, über den Landweg aus Nicht-EU-Ländern wie Serbien oder Bosnien und Herzegowina nach Kroatien einzureisen, braucht vor allem eines: extrem viel Geduld. An den Schengen-Außengrenzen herrschen derzeit teilweise chaotische Zustände, und die Wartezeiten sprengen jedes normale Maß. Der Grund für die massiven Staus ist die Einführung eines neuen Grenzkontrollsystems.

Ein 10-stündiger Albtraum für Kinder aus Serbien

Wie dramatisch die Lage vor Ort sein kann, zeigt ein aktueller Vorfall, über den das kroatische Nachrichtenportal Dnevnik.hr berichtete. Eine große Reisegruppe, bestehend aus 288 Kindern und ihren Lehrkräften aus Belgrad, erlebte an der Grenze eine regelrechte Odyssee.

Die Reisebusse machten sich am Abend auf den Weg und erreichten gegen 22 Uhr den serbischen Grenzübergang. Zwar konnten sie diesen nach etwa einer Stunde passieren, blieben danach aber im Niemandsland zwischen Serbien und Kroatien stecken. Unglaubliche 10 Stunden lang waren die Busse dort buchstäblich gefangen, bevor die Gruppe am nächsten Morgen gegen 9 Uhr endlich die kroatische Grenze passieren durfte.

Die gute Nachricht: Laut Angaben der Eltern haben die Kinder die Tortur zwar völlig erschöpft und übermüdet, aber ansonsten wohlbehalten überstanden. Dennoch ist es ein Vorfall, der zeigt, wie überlastet das System aktuell ist.

Warum herrscht plötzlich dieses Chaos?

Hintergrund der massiven Verzögerungen ist das neue europäische Ein- und Ausreisesystem (Entry/Exit System, kurz EES), das an den Schengen-Außengrenzen eingeführt wurde. Kroatien, das 2023 dem Schengen-Raum beigetreten ist, fungiert hier als wichtiger Wächter der EU-Außengrenze.

Das neue System verlangt eine strengere, digitale Erfassung von Reisenden aus Drittstaaten. Jeder einzelne Passagier muss bei der Einreise genau registriert und überprüft werden. Was bei einzelnen PKWs schon zu Verzögerungen führt, erweist sich bei vollbesetzten Reisebussen als extremer Flaschenhals, der den gesamten Grenzverkehr lahmlegt.

Was bedeutet das für Reisende?

Die aktuellen Ereignisse sind eine wichtige Warnung für alle, die in nächster Zeit grenzüberschreitend in Richtung Kroatien unterwegs sind:

  • Massiv Zeit einplanen: Wartezeiten von mehreren Stunden sind an Übergängen zu Serbien und Bosnien-Herzegowina derzeit keine Seltenheit.
  • Vorräte aufstocken: Wer mit dem Auto oder Bus reist, sollte unbedingt ausreichend Wasser, Snacks und eventuell Decken an Bord haben – falls man wie die Kinder aus Belgrad stundenlang festsitzt.
  • Lage vorab checken: Informiere dich vor der Abfahrt beim ÖAMTC, ADAC oder über lokale Nachrichtenportale über die aktuelle Auslastung der jeweiligen Grenzübergänge.

Die strengeren Kontrollen mögen zur Umsetzung der europäischen Richtlinien notwendig sein – für Urlauber, Busfahrer und Logistiker bedeuten sie aktuell jedoch eine immense Belastungsprobe. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Abfertigungsprozesse bald einspielen und derartige 10-Stunden-Staus in Zukunft vermieden werden können.

Screenshot HAK Kamere

Beitrag kommentieren