Hinter den Kulissen der Restaurants, Cafés und Hotels zeichnet sich am Beginn dieser Saison eine gewaltige Herausforderung ab: der wachsende Fachkräftemangel und die damit verbundenen, stark gestiegenen Gehaltserwartungen des Personals.
Aktuelle Meldungen kroatischer Medien bringen es auf den Punkt: Die Zeiten, in denen Saisonarbeiter für ein Taschengeld an der Küste schufteten, sind endgültig vorbei.
Der Gehaltssprung: Ein Plus von 40 Prozent
Um die aktuellen Forderungen richtig einordnen zu können, lohnt sich ein Blick auf die bisherigen Löhne. Noch im Jahr 2024 lag das durchschnittliche Nettogehalt für Kellner in Kroatien bei rund 1.109 Euro pro Monat. Blickt man noch etwas weiter zurück (vor 2022), verdienten reguläre Servicekräfte an der Küste oft sogar deutlich unter 1.000 Euro netto.
Die Erwartungshaltung für die kommende Saison sprengt nun diese bisherigen Rahmen:
- Kellner verlangen laut aktuellen Berichten mittlerweile ein monatliches Nettogehalt von über 1.500 Euro, um den harten Schichtdienst an der Küste anzutreten.
- Köche setzen ihre Gehaltsvorstellungen oft erst bei 1.900 Euro netto an. Spitzenköche oder Küchenchefs in exklusiveren Lagen fordern oft noch deutlich höhere Summen.
Bemerkenswert: Der Sprung von durchschnittlich 1.109 Euro auf nun über 1.500 Euro bei den Servicekräften entspricht einer massiven Gehaltssteigerung von knapp 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Zusätzlich zum reinen Gehalt erwarten die meisten Saisonarbeiter inzwischen auch die kostenfreie Bereitstellung von angemessenem Wohnraum sowie Verpflegung.
Warum steigen die Erwartungen so stark an?
Dieser rasante Trend kommt nicht aus dem Nichts. Es spielen mehrere wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren zusammen:
- Die Inflation: Wie überall in Europa sind auch in Kroatien die Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren enorm gestiegen. Ein Gehalt, das vor wenigen Jahren noch als “gut” galt, reicht heute kaum noch aus.
- Der europaweite Kampf um Arbeitskräfte: Der Fachkräftemangel in der Gastronomie ist ein globales Phänomen. Kroatische Fachkräfte können problemlos nach Österreich, Deutschland oder Irland auswandern und dort zu deutlich besseren Konditionen ganzjährig arbeiten. Um die Arbeitskräfte im eigenen Land zu halten, müssen kroatische Arbeitgeber finanziell nachziehen.
- Knochenarbeit in der Saison: Die Arbeit während der Hochsaison an der Küste bedeutet extrem viel Stress, oft fehlende freie Tage und körperliche Höchstleistungen bei hohen Temperaturen. Dieses Pensum wollen viele nur noch gegen eine entsprechende Schmerzensgrenze beim Gehalt auf sich nehmen.
Was bedeutet das für Gastronomen und Urlauber?
Für die Betreiber von Restaurants und Hotels ist dies eine schwierige Gratwanderung. Auf der einen Seite müssen sie die stark gestiegenen Gehälter zahlen, um überhaupt öffnen zu können – ein Restaurant ohne Koch oder Kellner bringt keinen Umsatz. Auf der anderen Seite treiben diese Lohnkosten die Betriebsausgaben massiv in die Höhe.
Die unvermeidbare Folge für Touristen: Die Preise für Dienstleistungen, Speisen und Getränke werden sich auch in diesem Sommer voraussichtlich weiter nach oben anpassen. Die Zeiten des extrem günstigen Adria-Urlaubs gehören endgültig der Vergangenheit an, da die gestiegenen Personalkosten unweigerlich auf den Endverbraucher umgelegt werden müssen.
Kroatien steht vor einer echten Bewährungsprobe für seinen Tourismussektor. Die Anpassung der Gehälter auf ein faires und existenzsicherndes Niveau für Gastronomie-Mitarbeiter ist ein notwendiger und verständlicher Schritt, um den qualitativen Standard zu halten und die massive Abwanderung von Fachkräften zu stoppen. Gleichzeitig müssen Urlaubsregionen aufpassen, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis für die Gäste attraktiv bleibt. Eines ist sicher: Wer im Sommer an der Adria einen hervorragenden Service und gutes Essen genießen möchte, muss bereit sein, den wahren Preis für diese anspruchsvolle Arbeit zu zahlen.

Müssen die Gastromen wohl oder übel auch Abstriche machen und vielleicht keine S-Klasse fahren, aber das steht ja nicht zur Debatte …
Die Preise der Gastronomie sind ja schon länger auf Höchstniveu. Jetzt müssen nurmehr die Löhne der arbeitenten(sofern sie dies auch möchten) angehoben werden ohne wieder an der Preisschraube zu drehen.
Darum sieht man überall in Istrien Nepalesische Kellnerinen seit 2 Jahren arbeiten, freundlich und zuvorkommend aber sicher um keine 1000€