David gegen Goliath auf Drvenik Veli: der Kampf der Inselbewohner gegen einen Telekom-Riesen!

Drvenik Veli ist eine malerische kleine Insel in der kroatischen Adria nahe Trogir. Mit gerade einmal 12 Quadratkilometern Fläche ist sie eigentlich ein Rückzugsort der Ruhe. Doch in den letzten Tagen herrscht dort alles andere als Idylle. Der Grund: Der überraschende Bau eines zweiten Telekommunikations-Sendemasten, der bei den Einheimischen auf massiven Widerstand stößt. Die Inselbewohner schlagen Alarm – und eine entsprechende Petition („Peticija“) ist bereits im vollen Gange.

Das Problem: Bauen ohne die Bürger

Die Unzufriedenheit der Insulaner, die unter anderem von der Bürgerinitiative „GI Zirona“ vertreten werden, rührt in erster Linie daher, dass das Projekt völlig ohne das Wissen und die Beteiligung der lokalen Gemeinschaft in die Wege geleitet wurde. Der lokale Ortsausschuss wurde schlichtweg übergangen, und die Bewohner wurden buchstäblich vor vollendete Tatsachen gestellt.

Neben dem Ärger über die fehlende Kommunikation äußern viele Anwohner gesundheitliche Bedenken und fürchten sich vor zusätzlicher Strahlung. Als wäre das nicht genug, gibt es Vorwürfe, dass angeblich bei den Bauarbeiten sogar ein benachbartes Privatgrundstück unrechtmäßig in Beschlag genommen worden sei.

Klare Forderungen der Gemeinschaft

Die Bürger von Drvenik Veli lassen sich nicht einfach übergehen. Sie haben sich zusammengeschlossen und fordern den sofortigen Baustopp. Darüber hinaus haben sie sehr konkrete Forderungen an die Investoren und die Stadt Trogir (in deren Zuständigkeitsbereich die Insel fällt) gerichtet:

  • Volle Transparenz: Sie fordern die öffentliche Bekanntmachung aller relevanten Dokumente (Hauptprojekt, erteilte Zustimmungen und die offizielle Anmeldung der Bauarbeiten).
  • Einhaltung der Vorschriften: Eine klare Bestätigung, dass das Vorhaben mit dem derzeit gültigen Raumordnungsplan übereinstimmt.
  • Mitspracherecht: Der lokale Ortsausschuss und die Gemeinschaft müssen zwingend in künftige Entscheidungsprozesse einbezogen werden.
  • Respektierung der Gesetze: Sie pochen auf die Einhaltung des kroatischen Inselgesetzes (Zakon o otocima) sowie der EU-Grundsätze zur Bürgerbeteiligung. Diese sehen eigentlich eine aktive Mitwirkung der Insulaner bei der Entwicklung ihrer Insel vor.
  • Antworten auf das “Warum”: Eine Erklärung, weshalb der Mast exakt an diesem Standort platziert wird und für wen er eigentlich gedacht ist.

Foto: GI Zirona

Was sagen der Investor und die Behörden?

Der Investor verteidigt sein Vorhaben und betont, man handle in bester Absicht: Das Ziel sei es lediglich, den Menschen auf der Insel eine stabilere Telekommunikationsverbindung zu bieten. Zudem verweist das Unternehmen darauf, über alle notwendigen Genehmigungen zu verfügen.

Der Bürgermeister von Trogir wies kürzlich auf eine rechtliche Grauzone hin: Für derartige Sendemasten sei laut den aktuellen kroatischen Gesetzen nicht zwingend eine klassische Baugenehmigung erforderlich. Die Gesetze erlauben in manchen Fällen sogar den Bau abweichend vom Raumordnungsplan. Dennoch sind ein Hauptprojekt sowie Zustimmungen von öffentlichen Stellen (wie dem Gesundheitsministerium und der Stadt) Pflicht. Am Ende liegt der Ball bei der Stadt Trogir, die über die finale Nutzungsgenehmigung (uporabna dozvola) entscheiden muss – vorausgesetzt, alles lief gesetzeskonform ab.

Wie geht es weiter?

Die Situation ist verhärtet. Die Bürger haben den Fall mittlerweile der Polizei und dem staatlichen Inspektorat gemeldet und hoffen, über die laufende Petition genügend Druck aufzubauen, um den Bau zu stoppen.

Der Konflikt auf Drvenik Veli ist ein klassisches Beispiel dafür, wie schnell Infrastrukturprojekte eskalieren können, wenn lokale Gemeinschaften nicht rechtzeitig und transparent eingebunden werden. Ganz besonders Inselbohner reagieren bei solchen Dingen oft seht sehr sensibel.
Es bleibt abzuwarten, ob die Behörden einschreiten oder ob der Sendemast gegen den Willen der Inselbewohner in Betrieb geht.

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