Die Kirche Sv. Križa auf Žut: Das steinerne Erbe der acht Familien von Murter

Wer sich mit dem Boot aus Süden oder Osten der Insel Žut nähert, kann bereits von Weitem die kleine Kirche S. Križa (Heilig Kreuz) erkennen. Sie thront auf dem 155 Meter hohen Hügel Grba, und ist wohl eines der bedeutungsvollsten Gebäude der Region Kornati.

Hinter diesem bescheidenen Bau verbirgt sich eine emotionale Geschichte von Freiheit, harter Arbeit und tiefer Dankbarkeit.

Ein Denkmal der Freiheit: Vom Pächter zum Besitzer

Die Geschichte der Kirche ist untrennbar mit dem Schicksal der Menschen von der Insel Murter verbunden. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gehörte Žut der Adelsfamilie Fanfogna aus Zadar. Die Žutari bearbeiteten das Land lediglich als Pächter – oft unter harten Entbehrungen.

In einem beispiellosen Kraftakt gelang es den Bauern, das Land Stück für Stück freizukaufen. Als die Schulden schließlich beglichen waren und sie endlich Herren über ihr eigenes Land waren, wollten sie ein Zeichen setzen.

1933: Ein Gelübde aus Stein

Im Jahr 1933 begann man aus Dank mit dem Bau der Kirche. Es war ein Gemeinschaftswerk von acht Familien, die als Hauptbesitzer der umliegenden Ländereien den Bau vorantrieben. Ohne Maschinen, nur mit Muskelkraft und Eseln, schleppten sie Steine, Wasser und Mörtel auf den Gipfel.

Dann kamen die Kriegswirren, und der Bau wurde unterbrochen – ein typisches dalmatinisches Schicksal drohte!

Die Wiedergeburt: Namen, die Geschichte schrieben

Nach Jahrzehnten des Verfalls drohte die Kapelle zu Ruine zu werden. Doch der Stolz der „Žutari“ (der Leute von Žut) war ungebrochen. In den frühen 2000er Jahren begann eine umfassende Restaurierung, die von lokalen Persönlichkeiten getragen wurde:

  • Nedjeljko Mudronja (Šaše): Er war der Motor hinter der Initiative zur Rettung der Kirche.
  • Mile Skračić: Der bekannte akademische Maler aus Murter schuf das beeindruckende Mosaik im Inneren.
  • Ive Šikić Bažokić: Er meißelte die markante Preslica (den Glocken-Giebel).
  • Ive Šikić Balara: Ein lokaler Dichter, der das Projekt künstlerisch und ideell begleitete.

Der feierliche Höhepunkt dieser Bemühungen war der 14. September 2011 (Fest der Kreuzerhöhung), als der Bischof von Šibenik, Ante Ivas, die Kapelle vor hunderten Inselbewohnern neu segnete.

Warum du den Aufstieg machen solltest

Abgesehen von der bewegenden Geschichte ist der Weg zur Kapelle S. Križa ein Muss für jeden Besucher der Insel:

  1. Das 360-Grad-Panorama: Vom Gipfel des Hügel Grba überblickst du das gesamte „Labyrinth“ der Kornaten. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zum Velebit-Gebirge auf dem Festland.
  2. Die Stille: Während unten in den Buchten und Konobe das Leben pulst, findest du hier oben eine fast spirituelle Ruhe.
  3. Die Architektur: Achte auf die schlichte Bauweise, die darauf ausgelegt ist, der kräftigen Bura standzuhalten.

Tipps für deinen Besuch

  • Startpunkt: Hinter der Konoba Vison in der Hiljača Bucht führt ein Pfad bergauf.
  • Der Schlüssel zum Glück: Joso, der Wirt vom Vison, erklärt dir wo du den Schlüssel zur Kirche findest.
  • Dauer: Plane etwa 20–30 Minuten für den Aufstieg ein.
  • Schuhwerk: Sandalen sind hier ein No-Go! Der Kalkstein ist scharf und uneben.
  • Die beste Zeit: Kurz vor Sonnenuntergang. Wenn das Licht die weißen Steine der Kapelle zum Leuchten bringt, versteht man sofort, warum die acht Familien genau diesen Ort gewählt haben.

Die Kapelle S. Križa ist kein Ort für Massentourismus. Sie ist ein Ort für jene, die verstehen wollen, wie viel den Menschen hier ihr Land bedeutet.
Wenn du das nächste Mal auf Žut festmachst, schau hoch zum Gipfel – und dann geh hinauf. Es lohnt sich.

Segnung der Kirche am 14.9.2011 von Bischof Ante Ivas aus Šibenik

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