Sie ist winzig, bewohnt und wunderschön – doch wer auf Ošljak an Land geht, betritt sprichwörtlich vermintes Gelände. Während Ausflugsschiffe täglich neue Gäste ankarren, kämpfen die Inselbesitzer mit allen Mitteln gegen den Tourismus. Warum der Besuch der kleinsten bewohnten Insel Kroatiens für beide Seiten zum Albtraum werden kann:
Die Insel Zadarkanal ist hinlänglich als die kleinste bewohnte Insel an der kroatischen Küste bekannt.
Der größte Teil befindet sich im Privatbesitz der Familie Valčić, eine Familie, die in der Vergangenheit immer wieder – durch teilweise kontroverse Aktionen – auf ihr Recht aufmerksam machte.
Vor allem die zahlreichen Ausflugsschiffe, die vom Festland oder auch der Küste Ugljan’s aus, Exkursionen auf das Eiland anbieten, sind ein Dorn im Auge der streitbaren Inselbesitzer:
Der Grund ist relative einfach : auf der Insel gibt es eigentlich nur das – eher hochpreisige – Restaurant “Lazaret” als touristische Infrastruktur. Was fehlt, sind öffentliche Toilettenanlagen!
Die Veranstalter der Tagesausflüge lassen sich davon aber nicht weiter beirren – zu gut läuft das Geschäft mit den Fahrten nach Ošljak.
Im Sommer sind es oft ein halbes Dutzend “Ausflugsdampfer”, die die Touristen auf die “kleinste bewohnte Insel Kroatiens” karren. Niemand von den Besuchern ahnt, dass sie dort eigentlich nicht willkommen sind!
Verbieten können die Einwohner die Besuche jedoch nicht, die gesetzliche Lage in Kroatien ist eindeutig:
der Bereich rund um die Insel ist Seegebiet, und jeder hat das Recht, den Küstenstreifen zu betreten, zu schwimmen, spazieren zu gehen und sich zu erholen.
Wo die Touristen jedoch ihre Notdurft verrichten, ihr mitgebrachtes Essen verzehren , trinken und Ihren Müll entsorgen, das überlässt man den Besuchern – ein unhaltbarer Zustand, der den Inselbewohnern aufstößt.
Im letzten Jahr war die Stimmung gegenüber Tagesgästen durchaus gespannt – das wird sich vermutlich auch in der kommenden Saison nicht wesentlich ändern.
Also wie gesagt – das Anlegen an einer der Molen kann man nicht verbieten – trotzdem sollte man einen Besuch – auch mit dem Privatboot -unter den gegebenen Umständen vielleicht überdenken 😉

falsche Angaben. Die Insel ist natürlich nicht in Privatbesitz. Und ein halbes Dutzend Boote pro Tag ist untertrieben. Das Dutzend pro Tag (mindestens) passt eher.
Der Rest ist korrekt. Es gibt keine öffentliche Toilette, es wird wild in der Gegend uriniert und mehr. Müll wird einfach fallen gelassen, brennende Zigaretten in die trockene Vegetation geschnippt, private Grundstücke und Gärten betreten und private Liegen in Beschlag genommen. Also kein Wunder, dass die Inselbewohner not amused sind.