Tradition und 130 Schafe: Wie Ivana Čemeljić den diesjährigen Pag-Käse zu etwas ganz Besonderem macht

Wer schon einmal in Kroatien war, kennt ihn bestimmt: den weltberühmten Paški sir (Käse von der Insel Pag). Vor Kurzem fand im historischen Fürstenpalast (Knežev dvor) der Insel die mittlerweile dritte Premiere der jungen Pager Käse statt. Es ist der perfekte Moment, um den frischen Käse der neuen Saison zu verkosten – dieser ist weicher, heller und deutlich milder als die gereifte Variante und wird traditionell gerne als Vorspeise zusammen mit Prosciutto genossen.

Doch wie fällt die Ernte in diesem Jahr eigentlich aus? Um das herauszufinden, werfen wir einen genaueren Blick auf die Erfahrungen von Ivana Čemeljić, die stellvertretend für die vielen passionierten Hersteller der Insel spricht und gemeinsam mit ihrem Mann die kleine, familiäre Käserei OPG Branimir Čemeljić betreibt.

Eine außergewöhnlich gute Saison Die Nachrichten für alle Liebhaber des Pager Käses sind fantastisch! Wie Ivana Čemeljić auf der Veranstaltung verriet, ist die diesjährige Saison extrem gut verlaufen. Der Grund dafür ist das Wetter: Durch vermehrte Niederschläge auf der sonst so kargen und von Bora-Winden geprägten Insel ist das aromatische Gras dieses Jahr besonders üppig gewachsen. Das bedeutet nicht nur hervorragend genährte Schafe, sondern auch eine insgesamt höhere Produktionsmenge.

Klasse statt Masse: Die Philosophie der Familie Čemeljić Trotz der guten Bedingungen und der gesteigerten Produktion steht für Ivana und ihre Familie die handwerkliche Qualität an erster Stelle. „Mein Mann und ich machen alles selbst, mit der Hilfe unserer Familie“, betont sie stolz. Aktuell sind sie dabei, weitere Tiere anzuschaffen, um ihre Herde auf rund 130 Melkschafe zu vergrößern.

Für Ivana ist diese Zahl jedoch die absolute Obergrenze. Ihr klares Ziel ist es, das maximale Pensum nicht zu überschreiten, das sie als Familie selbst bewältigen können. Sie wollen unbedingt auf dem Niveau einer reinen Familienproduktion bleiben und den authentischen, handwerklichen Charakter ihres Käses bewahren.

Ein kleines Upgrade für die Käse-Qualität Um den gestiegenen Produktionsanforderungen gerecht zu werden und den Fokus noch mehr auf das Endprodukt legen zu können, gab es auf dem Hof der Čemeljićs in dieser Saison genau eine große Neuerung: die Anschaffung von Melkmaschinen. Da die Familie die Schafe nun nicht mehr komplett von Hand melken muss, sparen sie wertvolle Zeit und Kraft. So können sich Ivana und ihr Mann noch intensiver und präziser dem eigentlichen, anspruchsvollen Prozess der Käseherstellung widmen.

Fazit Die Einblicke von Ivana Čemeljić machen definitiv Vorfreude auf den diesjährigen Paški sir. Der junge Käse spiegelt nicht nur die idealen klimatischen Bedingungen dieses Jahres wider, sondern vor allem die harte Arbeit, die Tradition und die Leidenschaft kleiner Pager Familienbetriebe, die mit Herzblut bei der Sache sind.

Wenn ihr dieses Jahr die Chance habt, einen jungen Pager Käse zu probieren – lasst sie euch nicht entgehen!

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