Eine der stärksten zyklonalen Fluten der letzten Jahrzehnte hat heute unsere Küstenstädte von Split bis Hvar heimgesucht, und für Bilder gesorgt, die wir so schnell nicht vergessen werden.
Was ist passiert? Eine „Jahrhundert-Flut“
Unter dem Einfluss eines extremen Tiefdruckgebiets kam es zu einer sogenannten zyklonalen Flut (Ciklonalna plima). In Kombination mit dem starken „Jugo“ (Südwind) stieg der Meeresspiegel so drastisch an, dass das Wasser vielerorts die Uferpromenaden – die berühmten Rivas – komplett überspülte.
Stellenweise wurde ein Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 80 cm gemessen.
Berichte von Dalmacija Danas zeigen das Ausmaß:
- Split: Das Meer drang bis zu den Objekten an den Stadtstränden vor. Die Kašjuni-Bucht und andere Küstenabschnitte waren kaum wiederzuerkennen.
- Trogir: Die historische Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe) stand in den tiefer gelegenen Teilen unter Wasser. Ein Anblick, der selbst die Einheimischen schockierte.
- Hvar, Omiš und Vodice: Auch hier drückte das Meer in die Gassen und überflutete Erdgeschosse von Häusern und Lokalen.
Warum passiert das?
Das Phänomen ist eine Mischung aus extrem niedrigem Luftdruck, der den Meeresspiegel „anhebt“, und dem starken Wind, der die Wassermassen gegen die Küste drückt. Es ist dies nicht unbedingt ein seltenes Ereignis, doch laut Experten war es heute eine der heftigsten Fluten seit vielen Jahren.
Was bedeutet das für uns Segler und Bootsbesitzer?
Solche Wetterkapriolen zeigen, wie wichtig zwei Dinge sind: Respekt vor der Natur und die richtige Vorbereitung.
- Sichere Liegeplätze: In Momenten wie diesen zahlt es sich aus, auf erfahrene Partner und gut geschützte Marinas zu setzen. Eine Riva, die bei Sonnenschein sicher wirkt, kann bei einer zyklonalen Flut schnell zur Gefahrenzone werden.
- Wetterbeobachtung: Jeder gute Skipper legt höchsten Wert auf aktuelle Wetterdaten. Die großen Wetterstationen informieren frühzeitig über bevorstehende Wetteränderungen, damit Mensch und Material sicher bleiben.
- Solidarität mit den Küstenbewohnern: Unsere Gedanken sind bei den Besitzern der Restaurants und Cafés sowie den Anwohnern in Trogir, Kastela und Split, die nun mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sind.
Trotz dieser beeindruckenden Naturgewalten: Das Meer beruhigt sich immer wieder. Die Sonne kommt zurück, und die Schäden werden mit vereinten Kräften beseitigt. Solche Ereignisse gehören zur Geschichte der Adria dazu – sie machen uns demütig und schärfen unseren Blick für die Schönheit und die Kraft unserer Heimat.
Wenn ihr euren nächsten Törn plant, denkt daran: Das Meer ist ein Partner, den man verstehen und respektieren muss. Wir sorgen dafür, dass ihr dieses Abenteuer sicher und in vollen Zügen genießen könnt.


