Savar auf Dugi Otok: Geheimtipps für die fotogenste Bucht der Insel

Wer Dugi Otok mit dem Boot erkundet, landet meist bei den bekannten Hotspots, wie Sakarun-Bucht, bei den Seebunkern oder dem Wrack von Veli Rat.
Wer jedoch den echten Rhythmus von Dugi Otok spüren will, muss dort anlegen, wo die Zeit nicht in Tagen oder Wochen, sondern in Generationen gemessen wird 😉

Savar ist genau so ein Ort. In der Mitte der Insel gelegen, ist es für viele Skipper nur eine Vorbeifahrt auf dem Weg nach Norden oder Süden. Ein Fehler, denn Savar ist die Essenz dessen, was wir am Inselleben so lieben: Stein, Stille und kristallklares Wasser.

Das Gesicht von Savar: Die Kapelle Sveti Pelegrin

Es gibt Bilder, die man nicht erklären muss – man muss sie sehen. Die kleine, vorromanische Kirche Sveti Pelegrin thront auf einer winzigen Halbinsel, die durch einen schmalen Damm mit dem Dorf verbunden ist.

  • Der Insider-Tipp: Wenn ihr bei Sonnenuntergang in die Bucht einfahrt, leuchtet der weiße Stein der Kapelle gegen das tiefblaue Meer. Es ist einer der friedlichsten Ankerplätze für eine kurze Rast oder einen Landgang.
  • Geschichte zum Anfassen: Die Kirche stammt aus dem 7. bis 9. Jahrhundert. Wer hier steht, spürt die Jahrhunderte unter den Fußsohlen.

Weißer Stein für die Welt: Das Erbe von Savar

Savar ist nicht nur hübsch anzusehen, es hat buchstäblich die Welt mitgebaut. Der Ort ist berühmt für seinen weißen Kalkstein.
Wusstest du, dass die Steine aus den Steinbrüchen von Savar ihren Weg bis nach Venedig, in den Vatikan und sogar zum UN-Hauptquartier in New York gefunden haben? Wenn ihr durch die terrassenförmig angelegten Gassen des Dorfes spaziert, achtet auf die Details an den Häusern – hier ist Steinmetzkunst kein Hobby, sondern Tradition.

Abenteuer unter Tage: Strašna Peć

Für diejenigen unter euch, die die Beine nach ein paar Tagen an Bord mal wieder richtig strecken wollen, bietet sich ein Ausflug zur „Schrecklichen Höhle“ (Strašna Peć) an.
Nur wenige Kilometer oberhalb von Savar gelegen, erwartet euch ein faszinierendes Höhlensystem. Schon Kaiser Franz Joseph I. wusste die kühle Luft und die bizarren Stalaktiten-Formationen zu schätzen. Ein perfekter Kontrast zum gleißenden Licht auf dem Deck.

Nautische Notizen:

  • Anlegen in Savar: Savar ist kein Ort für Megayachten und riesige Charter-Flotten – und das ist gut so. Anlegen ist mit Beiboot oder kleinen Jachten an der Mole im kleinen Hafenbecken möglich – bitte jedoch Einheimische kontaktieren.
  • Die Bucht: Sie bietet einen recht guten Schutz, solange keine Bura weht.
  • Atmosphäre: Es gibt hier keine pulsierende Nightlife-Szene. Stattdessen findet ihr Ruhe, eine kleine lokale Bar für den Espresso am Morgen und die Möglichkeit, direkt vom Boot in Wasser zu springen, das so klar ist, dass man den Anker auf dem Grund zählen kann.
  • Versorgung: Für das große Dinner solltet ihr weiter nach Sali oder in den Norden ziehen. Savar ist für den Moment der Einkehr und die absolute Reduktion auf das Wesentliche gedacht.


Savar verkörpert das „andere“ Kroatien. Es ist rau, es ist ehrlich und es ist wunderschön in seiner Einfachheit. Es ist ein Ort für Entdecker, die nicht das Teuerste, sondern das Echteste suchen.
Wenn ihr das nächste Mal Dugi Otok passiert, drosselt die Fahrt. Werft den Anker vor Sveti Pelegrin, fährt mit dem Beiboot an Land und lasst die Stille auf euch wirken. Das ist der Luxus, den kein 5-Sterne-Hotel der Welt bieten kann.

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