Obonjan: Zwischen Pfadfinder-Schweiß und Insta-Glamour – Eine Insel im „Boho-Check“

Wer im Šibenik-Archipel unterwegs ist, kommt an ihr meist nicht vorbei: Obonjan.
Die Insel ist ein Paradebeispiel für kroatischen Wandel. Aber bevor ihr den Anker werft oder das Shuttle-Ticket bucht, solltet ihr wissen, worauf ihr euch einlässt.
Denn Obonjan ist heute weniger eine Insel als vielmehr ein „State of Mind“ – inklusive Makramee und Insel-Zuschlag.

Von der „Insel der Jugend“ zum Retreat der Digital Nomads

Die Geschichte von Obonjan ist eigentlich eine Geschichte von Muskelkater. In den 1970er Jahren bauten jugoslawische Pfadfinder die unbewohnte Insel in mühevoller Handarbeit aus. Sie pflanzten die Pinien, unter denen man heute im Schatten döst, und schleppten die Steine für das Amphitheater, in dem heute Yoga-Matten ausgerollt werden. Damals hieß das Ganze Otok Mladosti (Insel der Jugend).

2016 kam das große Make-over: Britische Investoren verwandelten das rustikale Camp in ein Lifestyle-Resort. Der Schweiß der Pfadfinder wurde durch den Duft von Bio-Ölen und Räucherstäbchen ersetzt.

„Boho-Chic“: Wenn das Zelt mehr kostet als deine erste Wohnung

Was erwartet euch optisch? Viel Boho. Das ist die Kurzform für: „Ich möchte aussehen wie ein Weltenbummler, aber bitte mit Klimaanlage und Highspeed-WLAN.“ Auf Obonjan bedeutet das konkret:

  • Beige ist das neue Schwarz: Alles ist aus Rattan, Jute, Leinen oder Holz.
  • Traumfänger & Sitzkissen: Überall hängen Dinge, die im Wind baumeln, und man sitzt bevorzugt auf dem Boden (natürlich auf handgewebten Teppichen).
  • Barfuß-Luxus: Man gibt viel Geld aus, um sich wie ein Aussteiger zu fühlen. Das Amphitheater dient heute als Kulisse für DJ-Sets, bei denen man mit einem 12-Euro-Cocktail in der Hand den Sonnenuntergang „zelebriert“.

Die „Goldene Käfig“-Realität

Hier wird es für die Logistik wichtig: Obonjan ist ein geschlossenes Resort-System. Ohne eigenes Boot seid ihr hier – charmant ausgedrückt – privilegierte Gefangene der Ästhetik.

Das Resort-Boot „Zvjezdica“ ist die einzige Nabelschnur zum Festland.
Da die Überfahrt fast eine Stunde dauert und preislich eher Oberklasse ist, fährt niemand mal eben nach Šibenik, weil er Lust auf eine günstige Kugel Eis oder ein lokales Pivo hat.

  • Kulinarische Monokultur: Man isst, was die Insel-Gastronomie bietet. Das ist meist hervorragend und sehr „Insta-tauglich“, schlägt aber mit den typischen Resort-Preisen zu Buche.
  • Kein Fluchtweg: Wenn euch die Meditationsmusik am Pool nach zwei Tagen zu viel wird, hilft nur Schwimmen oder Warten auf die nächste Fähre.

Für Skipper ist Obonjan ein interessanter Stopover: sollte man Platz zum Anlegen finden, nimmt man den “außergewöhnlichen” Vibe für ein paar Stunden mit und segelt dann weiter in die Freiheit und zu anderen schönen Plätzen.

Für Landratten ist es der perfekte Ort zum kompletten Abschalten – vorausgesetzt, man liebt den Boho-Stil und hat kein Problem damit, dass das Portemonnaie auf der Insel genauso schnell „leicht“ wird wie das Lebensgefühl.

Wer Interesse hat, besucht Obonjan im Jahr 2026 und macht sich selbst ein Bild. Wer unsicher ist, bucht vorerst einmal zwei, oder drei Tage – da bekommt man einen guten Eindruck vom extravaganten Inselleben.

Alle Infos findet ihr auf der Website des Resorts.

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