Wer dachte, die Küstenwache und Hafenmeisterei würden bis zum Sommer warten, um die Zügel anzuziehen, hat sich gewaltig geschnitten. Die kroatischen Behörden scheinen dieses Jahr eine klare Botschaft zu haben: Die Zeit des Wilden Westens auf dem Wasser ist vorbei.
Schon gestern zeigte die Polizei im Zadar-Archipel (Sestrunj und Sveti Filip i Jakov) zum zweiten Mal in diesem Jahr massive Präsenz. Dass zwei Skipper (34 und 21 Jahre alt) bereits jetzt aus dem Verkehr gezogen wurden, ist kein Zufall, sondern der Auftakt zu einer großangelegten Kontrollwelle.
Die Strategie für 2026: mehr Planquadrate auf dem Wasser
Was wir hier sehen, ist erst der Anfang. Für den kommenden Sommer sind massive Planquadrate angekündigt. Das bedeutet: Systematische Kontrollen an strategischen Punkten, bei denen kein Auge zugedrückt wird.
Das Besondere in diesem Jahr: Es gibt keinen „Bonus“ mehr für Einheimische oder erfahrene Skipper. Die Behörden greifen bei jedem durch, der die Regeln missachtet – egal ob Tourist oder Local. Die Zeiten, in denen man mit mangelnder Ausrüstung oder abgelaufenen Papieren „durchrutschen“ konnte, sind endgültig vorbei.
Die Bilanz der ersten Kontrollen: Ein Armutszeugnis
Bei den aktuellen Fällen fehlte schlichtweg alles:
- Kein Bootsführerschein
- Kein Versicherungsschutz
- Keine gültige technische Zulassung
Die verhängten 330 Euro Bußgeld mögen für den Moment wie eine moderate Strafe wirken, aber sie sind nur die Spitze des Eisbergs. Das wahre Problem ist das sofortige Fahrverbot und das enorme finanzielle Risiko.
Warum 330 Euro dein kleinstes Problem sind
Wer ohne gültige Papiere und Versicherung fährt, spielt russisches Roulette mit seiner Existenz.
- Regress ohne Ende: Passiert ein Unfall (und sei es nur ein technischer Defekt mit Kollision), zahlt keine Versicherung der Welt. Man haftet mit deinem Privatvermögen – bis auf den letzten Cent.
- Harte Kontrollen für alle: Die Behörden kontrollieren verstärkt den technischen Zustand des Bootes und auch die Sicherheitsausrüstung. Dies betrifft jetzt auch die Einheimischen, die sich jahrelang in Sicherheit wiegten.
- Wer ohne gültigen Befähigungsnachweis erwischt wird, muss mit einer Anzeige und mit Strafen rechnen.
Dieser Umstand könnte im Sommer bei manchen Vermietern und Gästen für einige Verwirrung sorgen: “Nema Problema” ist – zumindest am Wasser – in Zukunft differenzierter zu sehen!
