Wir alle lieben die Adria. Aber wer im Juli oder August schon einmal versucht hat, in der Altstadt von Krk oder am Hafen von Rab einen Parkplatz zu finden, weiß: Das ist kein Urlaub, das ist Survival.
Wenn ihr uns fragt, wo man das „echte“ Kroatien noch findet – das Kroatien, in dem die Zeit stehen geblieben ist und das einzige Geräusch das Zirpen der Grillen und das sanfte Klatschen der Wellen ist –, dann lautet die Antwort:
Lasst die großen Namen links liegen.
Ihr lässt das Auto am Festland, vergesst den Hotel-Luxus und steigt auf die Fähre zu den „vergessenen“ Inseln.
Die Faustregel: Kein Auto, kein Stress
Der wahre Luxus heute ist nicht der 5-Sterne-Service, sondern die Abwesenheit von Lärm. Auf Inseln wie Silba, Premuda oder Olib herrscht ein ganz anderer Rhythmus. Warum? Weil die meisten dieser Orte weitgehend autofrei sind.
Das bedeutet für euch:
- Anreise: Ihr parkt in Zadar oder Šibenik in der Garage.
- Gepäck: Nur das Nötigste. Wer braucht drei Paar Schuhe, wenn man sowieso den ganzen Tag in Flip-Flops oder barfuß läuft?
- Transport: Die Fähre oder der Katamaran bringt euch ans Ziel. Vor Ort gibt es vielleicht einen Handkarren für die Koffer – das war’s.
Die Insel-Perlen für echte Genießer
Vergesst All-Inclusive. Auf diesen Inseln wohnt ihr in Privatzimmern direkt bei den Einheimischen. Ihr esst in kleinen Konobas, das was es eben gerade gibt – oft genug ist auch Fisch dabei 😉
1. Silba & Olib (Das Tor zur Ruhe)
Silba ist die Insel der Fußgänger. Keine Autos, keine Hektik. Perfekt für alle, die einfach nur laufen wollen, bis sie eine einsame Bucht finden. Olib daneben lockt mit Sandstränden, die man in Kroatien sonst oft vergeblich sucht – und das ohne die üblichen Sonnenschirm-Reihen.
2. Premuda
Premuda ist die westlichste Insel des Zadar-Archipels. Wer taucht, kennt sie vielleicht wegen der „Kathedrale“ (einem Höhlensystem), aber an Land ist es herrlich unspektakulär. Hier gibt es keine Hotels, nur wilde Natur und kristallklares, tiefblaues Wasser.
3. Zverinac & Rava
Diese beiden liegen wie kleine grüne Juwelen in der Nähe von Dugi Otok, werden aber von den Touristenströmen meist ignoriert. Hier lebt ihr zwischen Olivenhainen. Das Leben findet am Pier statt, wenn die Fähre kommt – das wichtigste Ereignis des Tages. In Rava ist zudem das “Zentrum der Welt” – mehr dazu HIER
4. Žirje
Die am weitesten vorgelagerte Insel des Archipels von Šibenik. Wer absolute Isolation sucht, ist hier richtig. Wilde Buchten, Steinmauern und ein endloser Horizont. Hier ist Dalmatien noch rau, ehrlich und wunderschön.
Was euch erwartet (und was nicht)
Seien wir ehrlich: Diese Inseln sind nichts für Leute, die eine Spa-Behandlung oder eine Cocktail-Bar mit House-Musik brauchen.
- Wilde Buchten: Oft seid ihr den ganzen Tag allein.
- Einfache Gasthäuser: Es gibt eine Handvoll Gerichte, aber die schmecken nach Meer und Sonne.
- Echtes Leben: Ihr seid Teil des Dorflebens, nicht nur ein zahlender Gast im Resort.
- Komfort-Level: „Back to basics“. Saubere Betten, herzliche Gastgeber, aber kein Schnickschnack.
Wer Ruhe will, muss bereit sein, ein bisschen Komfort (und das Auto) aufzugeben. Doch was ihr dafür zurückbekommt, ist unbezahlbar: Ein Sommer wie damals. Ohne Filter, ohne Stress, einfach nur Dalmatien pur.
Die Anreise – etwas anders, dafür schon das erste Urlaubserlebnis
Der Urlaub beginnt nicht erst auf der Insel, sondern am Kai in Zadar. Wer hier an Bord geht, lässt den Alltagsstress am Festland zurück.
Wichtig zu wissen: Es gibt zwei Häfen in Zadar, und ihr müsst wissen, welcher euer Ziel ist:
- Zadar Stadt-Hafen (Altstadt): Von hier starten meist die schnellen Katamarane. Sie bringen euch in kurzer Zeit nach Silba, Olib oder Premuda. Perfekt, wenn ihr nur mit Rucksack oder leichtem Koffer reist.
- Hafen Gaženica (Fährhafen): Dieser Hafen liegt etwas außerhalb. Von hier starten die großen Jadrolinija-Fähren. Auch wenn ihr ohne Auto reist, ist die Fahrt mit der großen Fähre ein Erlebnis für sich – man hat Zeit, das Meer zu beobachten und die erste Brise zu genießen.
Die Verbindungen im Überblick:
- Silba, Olib & Premuda: Diese drei Inseln liegen auf einer Linie. Der Katamaran ist fix, die Fähre braucht länger, bietet aber das klassische „Slow-Travel“-Gefühl.
- Zverinac & Rava: Diese Inseln werden von den Linien bedient, die Richtung Dugi Otok steuern. Es sind oft kleinere Schiffe, auf denen man schnell mit den Einheimischen ins Gespräch kommt.
- Žirje: Kleiner Reminder – Žirje gehört eigentlich zum Archipel von Šibenik. Wenn ihr diese Insel besuchen wollt, ist Šibenik euer Startpunkt (ca. 1 Stunde südlich von Zadar).
Unser Tipp: Ladet euch die Jadrolinija-App herunter. Dort seht ihr in Echtzeit, wann die Schiffe gehen und könnt eure Tickets vorab buchen. Aber Achtung: In der Hochsaison solltet ihr rechtzeitig am Pier sein, auch wenn ihr kein Auto dabei habt.
Das Schiff wartet nicht!
Ein Pack-Tipp für Profis:
Da es auf den Inseln oft keine großen Supermärkte gibt, nehmt euch das Wichtigste (spezielle Lebensmittel oder Medikamente) schon aus Zadar mit. Den Rest – frischen Fisch, Olivenöl und Wein – bekommt ihr direkt vor Ort beim Nachbarn oder in der Konoba.
