Das Nachrichtenportal morski.hr hat eine Story recherchiert, die uns allen am Herzen liegen sollte: den drohenden Verfall eines maritimen Denkmals und den einsamen Kampf eines Mannes gegen die Windmühlen der Bürokratie.
Der Wächter der Erinnerungen
Trstenik ist mehr als nur ein Felsen im Meer. Er ist ein „Wächter der Erinnerungen“. Der dortige Leuchtturm hat Generationen von Seeleuten sicher durch die tückischen Gewässer des Kvarner geleitet. Doch während wir an ihm vorbeisegeln, nagt der Zahn der Zeit – und die Ignoranz der Behörden – an seinen Mauern.
Ein Mann gegen das System
Die Story, die aktuell auf Morski.hr für Aufsehen sorgt, dreht sich um einen engagierten Mann (Marko Sandalić), der es sich zur Aufgabe gemacht hat, dieses Erbe zu retten. Er möchte den Leuchtturm und die Insel wiederbeleben, Olivenbäume pflegen und den Ort vor dem Verfall bewahren.
Doch was er erlebt, ist der pure administrative Wahnsinn:
- Zuständigkeits-Chaos: Die Insel gehört katastralisch zu Rab, aber raumplanerisch zu Lošinj.
- Bürokratische Blockaden: Anstatt private Initiative zu fördern, die den Staat keinen Cent kosten würde, legen die Behörden Steine in den Weg. Anträge versickern, Zuständigkeiten werden hin- und hergeschoben, während das Dach des Leuchtturms langsam nachgibt.
Um den Leuchtturm, der im Jahre 1873 während der österreichisch-ungarischen Monarchie errichtet wurde, aus Eigeninitiative zu retten und zu sanieren, pachtete Marko die Insel und errichtete eine OPG. Diese Pacht beinhaltet natürlich nicht das Gebäude und den Leuchtturm – dafür sind nach wie vor die Behörden verantwortlich.
Marko weist jetzt laufend auf den Verfall hin, und bietet sogar an, viele Dinge auf eigene Kosten zu reparieren.
Doch die Behörden schalten auf stur – Marko, der schon als Kind mit seinem Vater hier fischen war, verzweifelt.
Jetzt hat er sich an den Journalisten Jurica Gašpar von morski.hr gewandt, der hat die Sache recherchiert, und versucht jetzt öffentlichen Druck aufzubauen.
Warum uns das alle angeht
Wenn unsere nautischen Gäste durch Kroatien reisen, lieben sie genau diese Orte – die einsamen Leuchttürme, die Geschichte atmen.
Wenn wir zulassen, dass überbordende Bürokratie solche Projekte ausbremst, verlieren wir ein Stück unserer nautischen Identität.
Es ist paradox: Man spricht ständig von nachhaltigem Tourismus und dem Schutz des Erbes, aber wenn jemand konkret anpacken will, wird er im Paragraphendschungel allein gelassen.
Trstenik darf nicht zum „Lost Place“ werden! Wir brauchen Menschen mit Visionen und Liebe zum Meer, keine Beamten, die hinter ihren Schreibtischen den Verfall verwalten.
Wenn ihr das nächste Mal an Trstenik vorbeifahrt, werft einen Blick auf den Leuchtturm.
Er steht noch – aber er braucht unsere Aufmerksamkeit und Unterstützung.
