Unweit der beliebten Urlaubsinsel Krk liegt ein Ort, der so gar nicht in unser Sommeridyll passen will: Goli Otok.
Wörtlich übersetzt bedeutet der Name „Nackte Insel“. Und der Name ist Programm. Gepeitscht von der unerbittlichen Bura, dem kalten Fallwind vom Velebit-Gebirge, wächst auf diesem kargen Felsen fast nichts. Doch es ist nicht die Natur, die Goli Otok so unheimlich macht – es ist ihre Geschichte als eines der berüchtigtsten Straflager des ehemaligen Jugoslawiens.
Ein Ort ohne Schatten: Die Geografie der Insel
Goli Otok liegt im Velebit-Kanal zwischen den Inseln Krk, Rab und dem Festland. Während die Nachbarinseln grün und einladend wirken, präsentiert sich Goli Otok als graue, abweisende Steinwüste. Genau diese Abgeschiedenheit und die extremen Wetterbedingungen machten sie zum „idealen“ Standort für ein Hochsicherheitsgefängnis.
Die Geschichte: Tito vs. Stalin
Die dunkle Ära der Insel begann im Jahr 1949. Nach dem diplomatischen Bruch zwischen dem jugoslawischen Staatschef Josip Broz Tito und dem sowjetischen Diktator Josef Stalin (1948) brauchte Tito einen Ort, um politische Gegner und vermeintliche Stalin-Unterstützer zu „rehabilitieren“.
- Das Ziel: Es ging nicht nur um Haft, sondern um die systematische psychische und physische Brechung der Insassen.
- Die Methode: Das Grausamste an Goli Otok war das System der „Selbstverwaltung“. Häftlinge mussten andere Häftlinge foltern und demütigen. Wer neu ankam, musste durch ein Spalier („Stroj“) aus Mithäftlingen laufen und wurde dabei geschlagen.
Alltag im „Umerziehungslager“
Die Bedingungen auf Goli Otok waren unmenschlich. Im Sommer brannte die Sonne gnadenlos auf den Stein (Schatten gab es nicht), im Winter schnitt die eiskalte Bura durch die dünne Kleidung. Die Gefangenen mussten schwerste Zwangsarbeit im Steinbruch leisten, oft ohne Sinn, nur um sie zu erschöpfen.

Später, in den 1950er Jahren, wandelte sich das Profil der Insel. Es saßen dort nicht mehr nur politische Dissidenten, sondern auch Schwerkriminelle und Jugendliche ein. Erst 1988 wurde das Gefängnis endgültig geschlossen und 1989 komplett verlassen.
Goli Otok heute: “Dark Tourism” und Mahnmal
Heute ist die Insel eine Geisterstadt und ein Ziel für „Dark Tourism“. Wo früher Wachen patrouillierten, bröckelt heute der Beton. Besucher können mit Ausflugsschiffen, oder eigenen Booten (z. B. von Baška auf Krk oder Lopar auf Rab) übersetzen.
Was man vor Ort sieht:
- Verfallene Werkstätten und Verwaltungsgebäude.
- Die Überreste der Einzelzellen.
- Ein kleines Kino, in dem Propagandafilme gezeigt wurden.
- Ein Mahnmal, das an die Opfer erinnert.
Es ist ein bedrückender Ort. Die Stille dort wird nur vom Schrei der Möwen und dem Wind unterbrochen. Man bekommt eine Gänsehaut, wenn man bedenkt, dass hier Zehntausende Menschen unter Qualen leben mussten, während nur wenige Kilometer entfernt Menschen im Urlaub in der Sonne lagen.
Goli Otok ist kein klassisches Ausflugsziel für einen fröhlichen Tag am Meer. Es ist ein Ort der Reflexion. Wer die Geschichte Kroatiens und des ehemaligen Jugoslawiens jenseits der Strände verstehen will, sollte diesen geschichtsträchtigen Felsen besuchen.
Er erinnert uns daran, wie kostbar Freiheit ist – und wie schnell sie in den Mühlen der Ideologie zermahlen werden kann.

Solche Orte zeigen auf, wie Menschen sich verändern.
Gestern Nachbarn, heute Ideologie Mitläufer und fleisiger Gehilfe beim Umrziehen.
Nie wieder Krieg !!!
So gut, wie uns heute, ging es keiner Generation vorher !!
Nichts passier zufällig. Aber langsam und sicher.
Wer in einer Demokratie schläft, wacht in einer Diktatur auf….