Helau, Alaaf, Leilei und… Dobar tek!
Während wir uns hierzulande durch riesige, mit Marmelade gefüllte Berliner (oder Krapfen, Pfannkuchen, Kräppel – je nach Bundesland und Nationalität) futtern, geht es an der kroatischen Adria etwas kleiner, aber umso aromatischer zu.
Wenn in Dalmatien die „Maškare“ (Karnevalszeit) anbricht, duftet jede Gasse nach einer ganz besonderen Köstlichkeit: Fritule.
Diese kleinen Dinger sind weit mehr als nur „Mini-Krapfen“. Sie sind das kulinarische Herzstück des dalmatinischen Faschings.
Was macht die dalmatinischen Fritule so besonders?
Wer einmal eine frische Portion Fritule direkt am Meer gegessen hat, weiß: normale Krapfen wirkt dagegen fast ein bisschen… brav.
Fritule sind etwa so groß wie eine Walnuss und haben eine Textur, die außen knusprig und innen herrlich fluffig ist.
Hier ist der direkte Vergleich, damit du weißt, worauf du dich einlässt:
| Merkmal | Klassischer Krapfen | Dalmatinische Fritule |
| Größe | Faustgroß | Nußgroß (Mini-Format) |
| Füllung | Marmelade, Senf (als Scherz) oder Pudding | Keine Füllung (der Geschmack steckt im Teig) |
| Aroma | Hefe und Vanille | Zitrone, Orange, Rosinen & Rakija |
| Suchtfaktor | Nach zwei ist man satt | Man isst 20 und merkt es nicht |
Die Geheimzutaten: Warum sie nicht fettig sind
Das größte Geheimnis einer echten dalmatinischen Hausfrau (oder eines Hausmanns) ist nicht nur die Liebe, sondern der Schnaps.
In den Teig gehört traditionell ein ordentlicher Schuss Loza (Traubenschnaps) oder Rakija. Das hat einen chemischen Clou: Der Alkohol sorgt dafür, dass der Teig beim Frittieren weniger Öl aufsaugt. Das Ergebnis? Ein leichter Snack, der trotz heißem Fett nicht schwer im Magen liegt.
Was außerdem nicht fehlen darf:
- Zitrusfrüchte: Viel abgeriebene Schale von Bio-Zitronen und Orangen aus der Region.
- Rosinen: Oft in Rum eingelegt (für die Extraportion „Karnevalsstimmung“).
- Geriebener Apfel: Macht den Teig besonders saftig.
- Joghurt: In der modernen Variante sorgt er für eine blitzschnelle Zubereitung ohne lange Gehzeit.
Tradition trifft Party: Die Maškare-Stimmung
In Städten wie Split, Zadar oder Dubrovnik sind Fritule das ultimative Streetfood. Während die bunten Umzüge durch die historischen Kerne ziehen, werden die Krapfen in Papiertüten verkauft. Früher waren sie ein „Arme-Leute-Essen“, da die Zutaten einfach waren, heute sind sie der Stolz der dalmatinischen Küche.
bei uns In Dalmatien sagt man, dass die besten Fritule „aus der Hand“ kommen.
Der Teig wird traditionell mit der Faust gedrückt und mit einem Löffel direkt über dem heißen Öl abgestochen. Ein Handwerk, das man beherrschen muss, wenn man nicht möchte, dass die Küche danach aussieht wie ein Schlachtfeld.
Fazit: Klein, oho und gefährlich lecker
Wenn du dieses Jahr mal etwas Abwechslung zum klassischen Berliner suchst, sind Fritule dein Ticket in den Süden. Sie bringen die Sonne Dalmatiens direkt in deine Küche – und sind dank ihrer Größe perfekt zum Teilen (oder zum Alleinessen, wir verurteilen hier niemanden).
Aber Achtung: nach zehn Fritule ist es leicht möglich, dass ein kräftiger Schluck Travarica zum Verdauen nötig wird 😉

Original Rezept des Teig wäre interessant Danke F
Lieber Fred, sehr gerne!
Die kleinen Köstlichkeiten sind außen knusprig, innen weich und durch den Alkohol nehmen sie beim Frittieren kaum Fett auf – ein alter Trick der kroatischen Großmütter (Bake).
Die Zutaten
Für den Teig:
500 g Mehl (glatt, Typ 405 oder 550)
1 Päckchen Trockenhefe (oder 1/2 Würfel frische Hefe)
2 Eier (Größe M)
2 EL Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
250 ml lauwarmes Wasser (oder eine Mischung aus Wasser und Milch)
1 großer Schuss Rakija (Loza), Grappa oder dunkler Rum
Abrieb einer Bio-Zitrone und einer Bio-Orange
1 kleiner Apfel, fein gerieben (hält den Teig saftig)
50 g Rosinen (optional, am besten vorher in Rum eingeweicht)
Zum Frittieren & Garnieren:
Neutrales Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl)
Puderzucker zum Bestreuen
Die Zubereitung
Hefe aktivieren: Wenn du frische Hefe verwendest, löse sie mit etwas Zucker in ein wenig lauwarmem Wasser auf und lass sie 10 Minuten gehen. Bei Trockenhefe kannst du diesen Schritt überspringen und sie direkt zum Mehl geben.
Teig mischen: Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz in einer großen Schüssel mischen. Die Eier, den Rakija, den Abrieb der Zitrusfrüchte und den geriebenen Apfel hinzufügen.
Schlagen statt Rühren: Gib das lauwarme Wasser nach und nach dazu. Jetzt kommt die Arbeit: Der Teig muss mit einem Kochlöffel kräftig “geschlagen” werden, bis er Blasen wirft und sich vom Schüsselrand löst. Er sollte zähflüssig sein, aber nicht davonlaufen.
Gehen lassen: Den Teig abdecken und an einem warmen Ort für ca. 45 bis 60 Minuten gehen lassen, bis er sein Volumen fast verdoppelt hat. Zum Schluss die Rosinen vorsichtig unterheben.
Das Frittieren (Die Kunst des Formens): Erhitze reichlich Öl in einem Topf (die Fritule müssen schwimmen).
Der Profi-Trick: Nimm eine Handvoll Teig und drücke ihn durch die geschlossene Faust (zwischen Daumen und Zeigefinger) nach oben, sodass eine kleine Kugel entsteht. Diese stichst du mit einem geölten Teelöffel ab und lässt sie direkt ins heiße Öl gleiten.
Goldbraun backen: Die Fritule etwa 2–3 Minuten frittieren. Sie drehen sich oft von selbst, wenn sie unten braun sind. Wenn sie rundherum goldbraun sind, mit einer Schaumkelle herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Drei Tipps für den Erfolg
Der Alkohol-Faktor: Spar nicht am Rakija oder Rum! Der Alkohol sorgt dafür, dass die Fritule beim Frittieren eine Barriere bilden und sich nicht voll Öl saugen.
Die Temperatur: Das Öl darf nicht zu heiß sein (sonst sind sie innen roh) und nicht zu kalt (sonst werden sie fettig). Ein Holzlöffeltest hilft: Steigen Bläschen am Stiel auf, ist das Öl bereit.
Das Finish: Klassisch werden sie nur mit Puderzucker bestreut. In modernen Cafés in Split findet man sie heute aber auch oft mit Schokosauce oder Karamell.
Dobar tek! (Guten Appetit!)