Kroatiens Adriaküste ist weltberühmt für ihre unberührten Buchten, das kristallklare Wasser und die dichten Pinienwälder, die bis ans Ufer reichen.
Doch genau diese Idylle steht in Cavtat, einem malerischen Ort südlich von Dubrovnik, derzeit im Zentrum einer hitzigen Debatte. Ein geplantes Mega-Resort (wir berichteten) sorgt für Diskussionen unter den Anwohnern und Naturschützern.
Was ist geplant?
Das Projekt mit dem Namen “Marina Resort Cavtat“ ist kein kleines Unterfangen. Auf einem der letzten grünen Küstenstreifen der Region, in der Bucht Prahivac, soll eine touristische Infrastruktur der Superlative entstehen:
- 260 Wohneinheiten mit insgesamt rund 900 Betten.
- Eine moderne Marina mit 150 Liegeplätzen.
- Ein Investitionsvolumen von geschätzten 150 Millionen Euro.
Die kroatische Regierung hat das Vorhaben bereits zum „strategischen staatlichen Projekt“ erklärt, was die bürokratischen Hürden oft ebnet und die Bedeutung für den nationalen Tourismus unterstreicht.
Der Stein des Anstoßes: Natur gegen Profit?
Während Investoren und Befürworter von einem enormen wirtschaftlichen Aufschwung und hochwertigem Tourismus sprechen, blicken viele Bürger mit Sorge auf die Pläne. Die Hauptkritikpunkte der Reportage von Dnevnik Nova TV lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- „Betonizacija“ der Küste: Wo heute noch Pinien stehen und eine natürliche Fels- und Kiesküste zum Baden einlädt, sollen bald Fundamente gegossen werden. Besonders emotional reagieren die Bewohner auf die Nachricht, dass die natürliche Bucht teilweise zubetoniert werden soll, um Platz für Pools und die Marina-Infrastruktur zu schaffen.
- Verlust des lokalen Charakters: „Man kann mit viel Geld eine Marina bauen, aber eine natürliche Strandbucht kann man selbst mit Milliarden nicht erschaffen“, so einer der Anwohner in der öffentlichen Debatte. Die Sorge ist groß, dass Cavtat sein Gesicht verliert und zu einer austauschbaren Luxus-Destination wird.
- Infrastruktur und Arbeitskräfte: Kritiker fragen sich, wie die ohnehin schon belastete lokale Infrastruktur (Verkehr, Wasser, Abfall) diese Masse an Touristen bewältigen soll. Zudem herrscht in Kroatiens Tourismussektor bereits jetzt ein akuter Fachkräftemangel.
Die Sicht des Investors
Der Investor, die Firma Marina Cavtat, betont hingegen die positiven Aspekte. Das Resort soll nicht nur wohlhabende Gäste anlocken, sondern auch Arbeitsplätze schaffen. In den Berichten wird sogar erwähnt, dass man hoffe, Rückkehrer aus der kroatischen Diaspora für die Arbeit im Resort gewinnen zu können. Eine aktuelle Umweltverträglichkeitsstudie stufte das Projekt zudem als „akzeptabel“ ein – eine Entscheidung, die bei der öffentlichen Anhörung jedoch auf starken Widerstand stieß.
Fazit: Ein Balanceakt für die Zukunft
Der Fall Cavtat ist beispielhaft für den Konflikt, in dem sich viele Küstenregionen im Mittelmeerraum befinden: Wie viel Wachstum verträgt die Natur? Und ab wann zerstört der Tourismus genau das, was die Gäste ursprünglich angelockt hat?
Für die Bewohner von Cavtat geht der Kampf um ihre Bucht weiter. Es bleibt abzuwarten, ob die Einwände der Bürger in der finalen Planung Berücksichtigung finden oder ob die wirtschaftlichen Interessen des „strategischen Projekts“ überwiegen.
Was denkt ihr? Ist Luxustourismus um jeden Preis der richtige Weg für die kroatische Küste, oder sollten solche letzten grünen Oasen strikt geschützt werden? Schreibt es uns in die Kommentare!
Quelle: Basierend auf Berichten von Dnevnik.hr und DubrovnikNet.

Das ist doch immer die Frage. Viele Regionen (Barcelona, Mallorca, …) leiden unter den unerträglich gewordenen Menschenmassen. Und doch leben sehr viele Menschen genau von diesen Touristenströmen. Die Balance kann meiner Meinung nach nur der Gesetzgeber schaffen. Ein Unternehmer macht natürlich alles um so viel Gewinn wie möglich zu machen. Die Investitionen müssen sich ja auch rechnen. Wenn es klare Gesetze gibt, mit Höchstmengen an Betten und Angeboten, dann kann diese Balance entstehen. Sonst wird sich erst in der Realität zeigen, ob das Projekt wirklich das hält was es verspricht, oder ob die Bedenken der Bevölkerung richtig waren. Dann ist es aber leider zu spät.
Es ist schön wenn Menschen mit viel flüssigem monetären Mittel, kroatische Luxus Ressorts besuchen.
Dies Menschen sind aber….. launisch…
Nach wenigenn Jahren wird der Luxus dann ein Bißchen abgewohnt sein, etwas…. gewöhnlich… sein.
Dann zieht der Luxus zahlende Gast weiter, und das nicht mehr ganz so luxus like Ressort geht in den Weg des Massentourismus. Dann gehts los mit den Massen an Leuten.
Kroatien kann sich sicher sein, dass Masse auch anddre Massen hervorbringen. Nicht nur im Verkauf.
Sondern auch auf der anderen Seite…!
.. das Kanal und Müll Problem sollte unbedingt vorher gut bedacht, und geregelt werden !
Nicht nur den Profit voran stellen.