In der rauen, sonnenverwöhnten Landschaft des Miljevac-Plateaus in der Gemeinde Promina wird gerade Geschichte geschrieben. Hier entsteht nicht nur irgendein Solarpark – hier wächst die „Sunčana elektrana Promina“ aus dem Boden. Mit einer Investition von über 115 Millionen Euro durch den spanischen Energieriesen Acciona Energía setzt Kroatien ein massives Ausrufezeichen hinter seine Energiewende.
Wir haben die beeindruckenden Fakten und Zahlen für euch in Relation gesetzt:
1. Dimensionen, die den Rahmen sprengen
Das Projekt ist so groß, dass man es in „normalen“ Maßen kaum noch beschreiben kann:
- Das „Fußballfeld-Maß“: Auf dem Gelände werden über 300.000 Photovoltaik-Module installiert. Die gesamte Anlage erstreckt sich über eine Fläche, die etwa 300 Fußballfeldern entspricht. Würde man diese Paneele aneinanderreihen, ergäbe das eine Kette, die hunderte Kilometer lang wäre.
- Sichtbarkeit aus dem All: Mit ihrer enormen Ausdehnung wird die Anlage auf Satellitenbildern und für Astronauten auf der ISS als riesiger, tiefblauer Spiegel im dalmatinischen Hinterland erkennbar sein – ein künstliches „Meer“ aus Glas inmitten von Fels und Karst.
2. Ein Kraftwerk für die nationale Unabhängigkeit
Dies ist kein lokales Nischenprojekt, sondern ein strategischer Pfeiler für ganz Kroatien:
- 8 % der Energiewende: Sobald das Kraftwerk am Netz ist, wird es allein etwa 8 % der gesamten Kapazität an erneuerbaren Energien in Kroatien abdecken. Ein einziger Standort liefert also fast ein Zehntel des grünen Stroms des Landes!
- Strom für eine Metropole: Die jährliche Produktion von 320 Gigawattstunden (GWh) kann bis zu 88.000 Haushalte versorgen. Das entspricht fast der doppelten Haushaltzahl der Stadt Split oder der kompletten Versorgung einer Stadt wie Zadar.
3. Hightech „Made in Croatia“
Trotz des spanischen Investors steckt viel lokales Know-how im Projekt:
- Das Herzstück: Damit der Strom überhaupt fließen kann, baut das renommierte kroatische Unternehmen Končar eine massive 400-kV-Trafostation. Diese verbindet das Kraftwerk direkt mit dem nationalen Hochspannungsnetz – der Autobahn des Stroms.
- Langzeit-Projekt: Der Investor hat sich das staatliche Land über eine 30-jährige Konzession gesichert. Das bedeutet drei Jahrzehnte garantierte grüne Energie und stabile Einnahmen für den Staat und die Gemeinde.
4. Der ultimative CO2-Killer
Die Umweltbilanz ist fast schon schwindelerregend:
- 140.000 Tonnen CO2: Das ist die Menge, die das Kraftwerk jedes Jahr im Vergleich zur fossilen Stromerzeugung einspart.
- Der Wald-Vergleich: Um diese Menge CO2 auf natürlichem Weg zu binden, müsste man einen Wald mit etwa 6 Millionen Bäumen pflanzen. Oder anders gesagt: Es ist so, als würde man jedes Jahr 30.000 Autos dauerhaft von den Straßen nehmen.
5. Mehr als nur Strom: Gewinn für die Region
Das Projekt bringt der Gemeinde Promina weit mehr als nur den Anblick von Solarmodulen:
- Soziale Rendite: Ein Teil der Erträge fließt direkt in ein „Social Impact“-Programm. Damit werden lokale Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Umweltprojekte in den umliegenden Dörfern wie Oklaj, Mratovo und Razvođe finanziert.
- Arbeitsplätze: Während des Baus sind bis zu 200 Fachkräfte gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt, was der lokalen Wirtschaft einen enormen Schub verleiht.
Zeitplan: Wann geht das Licht an?
Die Bauarbeiten haben Anfang 2026 begonnen. Die intensive Phase läuft bereits auf Hochtouren, damit das Kraftwerk im Sommer 2027 den Probebetrieb aufnehmen kann. Wenn dann die Sonne über Dalmatien ihren Höchststand erreicht, wird Promina offiziell zum pulsierenden Herz der kroatischen Solarstrom-Produktion.
Die „Sunčana elektrana Promina“ zeigt eindrucksvoll, wie man karge Landstriche in hochmoderne Energiequellen verwandelt. Ein Mega-Projekt, das beweist: Die Zukunft Kroatiens ist nicht nur sonnig, sondern auch technologisch an der Weltspitze.
