Albtraum statt Adria-Traum: Großbetrug in Istrien – Deutsche und Österreicher im Visier

Istrien ist seit Jahren eine der begehrtesten Regionen für deutsche und österreichische Immobilieninvestoren. Doch der Traum vom Haus am Meer ist für viele nun in einem finanziellen Desaster geendet. Ein aktueller Fall aus Umag und Buje sorgt für Erschütterung: Eine mutmaßliche Betrügerin soll zahlreiche Käufer um insgesamt mindestens 600.000 Euro geprellt haben.

Besonders brisant: Die Hauptleidtragenden sind nach offiziellen Berichten gezielt deutsche und österreichische Staatsbürger.

Die Masche: Vertrauen ausgenutzt, Existenzen bedroht

Wie die kroatische Polizei mitteilte, wird einer 43-jährigen Frau vorgeworfen, sich als seriöse Immobilienvermittlerin ausgegeben zu haben. Ihr Fokus lag dabei offenbar ganz bewusst auf Interessenten aus dem deutschsprachigen Raum.

Die Vorgehensweise war so dreist wie effektiv:

  • Vorgetäuschte Vermittlung: Die Frau gab an, Kaufverträge für attraktive Grundstücke und Häuser in Grenznähe zu vermitteln.
  • Anzahlungen ohne Gegenleistung: Unter dem Vorwand von Reservierungsgebühren, Anzahlungen oder sogar kompletten Kaufpreissummen kassierte sie sechsstellige Beträge.
  • Gefälschte Dokumente: Teilweise wurden Immobilien angeboten, die der Frau gar nicht gehörten oder die überhaupt nicht zum Verkauf standen.

Warum gerade Deutsche und Österreicher?

Es ist kein Zufall, dass gerade Käufer aus Deutschland und Österreich ins Visier gerieten. Die Täterin machte sich mehrere Faktoren zunutze:

  1. Sprachbarriere: Viele Käufer verlassen sich mangels Kroatischkenntnissen auf Vermittler, die Deutsch sprechen oder einen seriösen, mehrsprachigen Eindruck erwecken.
  2. Großes Interesse am Markt: Istrien ist für Österreicher (aufgrund der kurzen Anfahrt) und Deutsche der Immobilien-Hotspot Nummer eins an der Adria.
  3. Vertrauensvorschuss: Viele Investoren gehen davon aus, dass die rechtlichen Standards eins zu eins dem deutschen oder österreichischen System entsprechen und sind bei der Prüfung von Lizenzen oft zu gutgläubig.

Mindestens 600.000 Euro Schaden – und die Dunkelziffer?

Die bisher bekannte Summe von 600.000 Euro könnte laut Ermittlerkreisen nur die Spitze des Eisbergs sein. In mehreren Fällen leisteten die Opfer Zahlungen im guten Glauben, bald Eigentümer einer Ferienimmobilie zu sein, nur um dann festzustellen, dass das Geld verschwunden ist und die „Maklerin“ jeglichen Kontakt abbrach. Die kroatische Kriminalpolizei hat mittlerweile Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet.

Tipps für Käufer: So schützen Sie sich

Dieser Fall ist eine schmerzhafte Mahnung für alle, die in Kroatien investieren möchten. Experten raten dringend dazu, folgende Punkte zu beachten:

  • Lizenz prüfen: Arbeiten Sie nur mit Maklern zusammen, die im Register der kroatischen Wirtschaftskammer (HGK) eingetragen sind.
  • Anwaltlicher Beistand: Beauftragen Sie immer einen eigenen, unabhängigen Anwalt, der auf Immobilienrecht spezialisiert ist und Ihre Sprache spricht. Verlassen Sie sich niemals allein auf den Vermittler des Verkäufers.
  • Grundbuchcheck: Leisten Sie keine Zahlungen, bevor ein offizieller Grundbuchauszug geprüft wurde und die Identität des Eigentümers zweifelsfrei feststeht.
  • Keine Barzahlungen: Transaktionen sollten ausschließlich über gesicherte Bankwege und nach Unterzeichnung notariell beglaubigter Verträge erfolgen.

Fazit

Der Fall zeigt einmal mehr, dass Kriminelle die Sehnsucht nach dem „Haus unter der Sonne“ schamlos ausnutzen. Für die betroffenen Deutschen und Österreicher ist der Schaden oft existenzbedrohend. Bleiben Sie wachsam und lassen Sie sich bei Auslandsimmobilien nicht von schönen Versprechungen und schnellen Abschlüssen blenden.

Quelle: Istra24 (März 2026)

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