Platzverweis für Mega-Yachten: Neue Ankerplätze für große Schiffe im Archipel der Pakleni-Inseln

Die Pakleni-Inseln vor Hvar gehören zu den am stärksten frequentierten nautischen Zielen der kroatischen Adria. Wie massiv der Andrang tatsächlich ist und welche konkreten Auswirkungen dies auf das Meeresökosystem hat, zeigen aktuelle Daten, die kürzlich auf der Sitzung des Inselkomitees präsentiert wurden.

Der nautische Ansturm in Zahlen

In der Hochsaison herrscht in den Gewässern der Pakleni-Inseln ein enormes Verkehrsaufkommen. Allein in den Vormittagsstunden, zwischen 10:00 und 12:00 Uhr, werden zeitgleich bis zu 500 Schiffe gezählt. Die tatsächliche Zahl der Schiffe, die das Gebiet über den gesamten Tag verteilt anlaufen, liegt noch deutlich darüber.

Eine genaue Analyse der vor Ort befindlichen Flotte zeigt folgende Verteilung der Schiffsgrößen:

  • 43 % der Schiffe sind 10 bis 16 Meter lang (die größte Gruppe).
  • 37 % der Schiffe sind kleiner als 10 Meter.
  • 13 % der Schiffe haben eine Länge von 16 bis 24 Metern.
  • 7 % sind Großyachten mit einer Länge von über 24 Metern.

Das Anker-Problem: Zerstörung des marinen Lebensraums

Die schiere Menge an Schiffen bringt ein massives ökologisches Problem mit sich. Rund 50 % der Schiffe ankern in den Buchten, während etwa 30 % am Ufer festmachen (Letzteres betrifft vorwiegend die kleineren Schiffe bis 12 Meter Länge).

Besonders alarmierend ist die Platzwahl der ankernden Schiffe: Bis zu 57 % der Boote und Yachten werfen ihren Anker direkt über dem Lebensraum des streng geschützten Posidonia-Seegrases (Neptungras) ab. Laut den Berichten des Inselkomitees sind die Gebiete bei Soline Prevojica und Ždrilca davon am stärksten betroffen.

Warum das Ankern über Posidonia fatal ist

Das endemische Seegras Posidonia oceanica ist einer der wichtigsten Sauerstoffproduzenten und Kohlenstoffspeicher des Mittelmeers sowie eine essenzielle Kinderstube für Fische. Da die Pflanze nur wenige Zentimeter im Jahr wächst, richten schwere Schiffsanker und über den Meeresboden schleifende Stahlketten irreparable Schäden an. Tiefe Schneisen werden in die Wiesen gerissen und zerstören jahrzehntealtes Wachstum in wenigen Sekunden. (wir berichteten in einem Blog-Beitrag)

Maßnahmen und Lösungsansätze

Angesichts dieser konkreten Zahlen ist ein Eingreifen zwingend erforderlich. Um einen weiteren Rückgang der Posidonia-Bestände zu verhindern, rückt das europäische Interreg-Projekt Biopressadria in den Fokus der lokalen Behörden.

Ein zentraler Ansatzpunkt der neuen Regularien betrifft die Lenkung der größten Schiffe (die 7 % der Flotte über 24 Meter Länge), da deren schwere Ankergeschirre die massivsten Schäden verursachen. Diese großen Yachten sollen künftig gezielt umgeleitet werden. Sie dürfen in den sensiblen Zonen nicht mehr ankern und müssen auf sandige Meeresböden nördlich der kleinen Inseln Borovac und Planikovac ausweichen. Dort existieren keine Posidonia-Wiesen, wodurch ein sicheres und ökologisch verträgliches Ankern gewährleistet ist.

*** Hinweis für Skipper: Bitte nutzt Navigations-Apps zur Erkennung von Seegraswiesen, greift bevorzugt auf feste Bojen zurück und meidet das Ankern in den sensiblen Zonen um Soline Prevojica und Ždrilca.

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