Stein für Stein: die kroatische Insel Olib rettet ihre historischen Trockenmauern!

„Man muss den Stein respektieren.“ Mit diesem starken Leitsatz hat die malerische Insel Olib kürzlich ein wunderbares Projekt abgeschlossen, das uns zeigt, wie lebendig und wichtig der Erhalt unseres kulturellen Erbes ist. Wer schon einmal an der kroatischen Küste war, kennt sie: die traditionellen Trockenmauern (kroatisch: Suhozidi). Sie prägen die Landschaft, erzählen Geschichten von harter Arbeit und sind ein unverzichtbarer Teil des mediterranen Flairs.

Genau dieses authentische Insel-Gefühl galt es auf Olib zu schützen.

Das Projekt: 76 Quadratmeter in nur fünf Tagen

Unterstützt durch finanzielle Mittel der Stadt Zadar, rief man das Projekt „Schutz des Trockenmauer-Erbes der Insel Olib“ (Zaštita suhozidne baštine otoka Oliba) ins Leben. Was dabei in kürzester Zeit erreicht wurde, ist beeindruckend: In nur fünf Tagen wurden an insgesamt 22 verschiedenen Standorten auf der Insel rund 76 Quadratmeter Trockenmauern fachmännisch saniert und wieder aufgebaut.

Einsatz für die Gemeinschaft: Die Wege ans Meer

Treibende Kraft hinter diesen schweißtreibenden, aber lohnenden Arbeiten waren engagierte Einheimische und Helfer, insbesondere rund um den lokalen Verein Udruga SOL.

Wie viel Herzblut in der Aktion steckt, fasste Denis Kleva, einer der Helfer, auf der Facebook-Seite des Vereins passend zusammen:

„Der Stein muss respektiert werden. So wie wir vor anderthalb Monaten die Trockenmauern auf dem Weg zur Slatina-Bucht repariert haben, so haben wir jetzt auch den Weg zur Draga-Bucht wieder instand gesetzt.“

Warum ist das so wichtig?

Trockenmauern werden komplett ohne Bindemittel wie Mörtel errichtet. Sie erfordern enormes handwerkliches Geschick und ein tiefes Verständnis dafür, wie die Steine ineinandergreifen müssen, um Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte zu überdauern. Sie dienen als Grundstücksgrenzen, schützen landwirtschaftliche Flächen vor dem starken Wind (der Bura) und bieten gleichzeitig wichtigen Lebensraum für unzählige kleine Tier- und Pflanzenarten. Seit 2018 gehört die Kunst des Trockenmauerbaus sogar zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.

Dass die Menschen auf Olib ihre Mauern und Wege zu den wunderschönen Buchten wie Slatina und Draga mit eigenen Händen restaurieren, ist ein großartiges Zeichen für den Erhalt der Inselkultur.

Wenn ihr das nächste Mal auf Olib seid und auf den von diesen steinernen Kunstwerken gesäumten Wegen in Richtung Meer spaziert, denkt an die fleißigen Hände der „Udruga SOL“. Sie haben dafür gesorgt, dass dieses Stück Geschichte nicht verfällt, sondern für zukünftige Generationen erhalten bleibt. Kamen treba poštovati – Man muss den Stein eben respektieren!

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