Gibt es Schlangen an Kroatiens Küste und auf den Inseln? Ein entspannter Ratgeber für den Urlaub!

Es ist eine häufige Fragen, die sich Urlauber vor ihrer Reise an unsere Küste stellen:
„Muss ich am Strand oder beim Insel-Hüpfen eigentlich mit Schlangen rechnen?“
Die kurze Antwort lautet: Ja, Schlangen gehören zur natürlichen Tierwelt Kroatiens – auch an der Küste und auf den Inseln.
Die gute Nachricht ist aber: Es gibt absolut keinen Grund zur Panik. Schlangen sind extrem scheue Tiere, die Trubel meiden und viel mehr Angst vor uns haben als wir vor ihnen. Zwar werden in ganz Kroatien jährlich etwa 50 bis 70 Schlangenbisse registriert, aber bei Beachtung einiger einfacher Regeln steht einem entspannten Urlaub nichts im Wege.

Wir haben für euch zusammengefasst, wer da im Gebüsch raschelt und worauf ihr wirklich achten müsst.

Die Giftschlangen: Wer lebt wo?

In ganz Kroatien gibt es genau drei echte Giftschlangen (Vipern). Für Küsten-Urlauber gibt es hier schon die erste Entwarnung, denn nicht alle mögen das mediterrane Klima am Meer:

  • Die Kreuzotter (Riđovka) und die Wiesenotter (Planinski žutokrug): Diese beiden bleiben lieber im kühleren Inland oder in den Bergen (wie z.B. im Velebit-Gebirge oder der Lika). An der heißen Küste oder auf den Inseln werdet ihr ihnen in der Regel nicht begegnen.
  • Die Europäische Hornotter (Poskok): Sie ist die bekannteste Giftschlange Kroatiens und fühlt sich auch in felsigen, sonnigen Küstenregionen und auf einigen Inseln wohl. Aber keine Sorge: Sie liegt nicht auf eurem Strandtuch. Sie bevorzugt steiniges Gelände abseits der Menschenmassen.

Typische Küstenbewohner: Die „Halbgiftschlangen“

Viel wahrscheinlicher ist es, dass ihr an der Küste oder auf den Inseln auf ungiftige oder sogenannte „Halbgiftschlangen“ (Poluotrovnice) trefft. Zwei davon sind im mediterranen Raum besonders verbreitet:

1. Die Östliche Eidechsennatter (Zmajur) Diese Schlange kann beeindruckende zwei Meter lang werden und kommt in Küstennähe (von Istrien bis ins südliche Dalmatien) und auf vielen Inseln vor. Optisch fallen ihre großen Augen mit den markanten Schuppen („Augenbrauen“) auf. Wenn sie sich bedroht fühlt, zischt sie sehr laut.

2. Die Europäische Katzennatter (Crnokrpica) Sie teilt sich den Lebensraum mit der Eidechsennatter, ist aber deutlich kleiner (gräulich/bräunlich mit dunklen Flecken). Da sie vor allem in der Dämmerung und nachts auf die Jagd geht, bekommt man sie als sonnenbadender Urlauber fast nie zu Gesicht.

Sind diese Halbgiftschlangen gefährlich? Nein, für Menschen sind sie weitestgehend harmlos. Sie besitzen zwar Giftdrüsen, aber ihre Giftzähne sitzen so weit hinten im Kiefer, dass sie bei einem Biss in menschliche Haut kaum Gift injizieren können. Ein Biss führt meist nur zu einer leichten, lokalen Reaktion (ähnlich einem Wespenstich).

Schlangen direkt am Strand?

Auf gut besuchten Kies- oder Sandstränden ist es viel zu laut, zu unruhig und zu wenig versteckreich für Schlangen. Wenn ihr jedoch einsame, felsige Wildbuchten erkundet oder durch die Macchia zum Wasser wandert, schaut einfach, wohin ihr tretet und fasst nicht blind in Felsspalten oder dichte Sträucher. Feste Schuhe auf dem Weg zum Strandabschnitt sind hier ein guter Begleiter.

Was tun, wenn es doch zu einem Biss kommt?

Egal welche Schlange zugebissen hat: Ruhe bewahren! Lasst euch von euren Begleitern helfen und sucht immer einen Arzt auf. Die Wunde muss professionell gereinigt werden, um Infektionen zu vermeiden. Zudem wird der Arzt prüfen, ob eine Auffrischung eurer Tetanus-Impfung nötig ist.

Kroatiens Natur ist wild und wunderschön – und die Reptilien sind ein wichtiger Teil dieses Ökosystems. Wenn ihr der Natur mit Respekt begegnet und beim Wandern oder Kraxeln an der Küste ein wenig aufmerksam seid, könnt ihr euren Urlaub an der Adria völlig entspannt und sorgenfrei genießen.

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