Quellen: morski.hr, Dnevnik.hr, Dalmacija Danas, 24sata,
Wer in diesen Tagen an die Tankstelle fährt, steht derzeit vielleicht vor ungenutzten oder leeren Zapfsäulen. Die Situation am Kraftstoffmarkt ist aktuell stark angespannt. Das spüren nicht nur wir als Autofahrer, sondern vor allem die Betreiber der Tankstellen, die derzeit vor einem massiven wirtschaftlichen Problem stehen.
Verkauf unter Einkaufspreis: Ein unrentables Geschäft
Wie aktuelle Berichte – unter anderem von Dnevnik Nove TV – eindrücklich schildern, gerät das Geschäftsmodell vieler, insbesondere kleiner und mittelständischer Tankstellen ins Wanken. Der Kern des Problems: Durch staatliche Preisdeckelungen bei gleichzeitig hohen Beschaffungskosten auf dem Weltmarkt sind viele Betreiber gezwungen, den Kraftstoff unter ihrem eigenen Einkaufspreis zu verkaufen.
Das führt zu einer paradoxen Situation. Jeder verkaufte Liter Benzin oder Diesel spült kein Geld in die Kassen, sondern vergrößert den Verlust. Die Folgen sind bereits spürbar:
- Lieferengpässe: Neue Kraftstofflieferungen werden ausgesetzt oder verzögern sich. Selbst der subventionierte Agrardiesel (“Plavi dizel”) für Landwirte und Fischer ist mancherorts auf 250 Liter pro Kauf rationiert – eine Menge, die beispielsweise für Fischer kaum für eine einzige Ausfahrt reicht.
- Kein Angebot: Betreiber müssen Kunden abweisen. Ein Tankstellenbesitzer brachte es im Bericht auf den Punkt: “Die Kunden rufen uns an, suchen nach Sprit, aber wir haben nichts.”
Erste Prognosen: Der Blick richtet sich auf Dienstag
In der gesamten Branche herrscht derzeit eine abwartende Haltung. Das zentrale Thema: Alles wartet gespannt auf Dienstag.
Warum ausgerechnet Dienstag? Dies ist traditionell der Tag, an dem die neuen, regulierten Höchstpreise für die kommenden Wochen festgelegt werden. Die Vorzeichen dafür stehen alles andere als gut. Auf dem Weltmarkt pendelt der Preis für ein Barrel Rohöl aktuell bei rund 110 US-Dollar. Dieser Preissprung wird sich unweigerlich auf den lokalen Markt durchschlagen.
Die aktuellen Prognosen für die Preisentwicklung ab Dienstag haben es in sich:
- Massiver Preisschock erwartet: Medienberichten zufolge droht ein beispielloser Preisanstieg an den Zapfsäulen.
- Bis zu 14,50 Euro mehr pro Tankfüllung: Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass eine reguläre Tankfüllung für Pkw-Fahrer ab Dienstag um bis zu 14,50 Euro teurer werden könnte.
- Drohende Schließungen: Die Vereinigung der kleinen Kraftstoffverteiler hat bereits angekündigt, dass viele Betriebe den Verkauf komplett einstellen müssen, sollte die staatliche Preisdeckelung auf ihrem jetzigen, verlustbringenden Niveau bestehen bleiben.
Wie reagiert die Politik?
Angesichts dieser drastischen Aussichten verdichten sich die Hinweise, dass die Regierung eine Intervention vorbereitet. Um das Schlimmste abzuwenden, bleiben im Grunde nur zwei wirksame Hebel: Entweder werden die Steuern und Abgaben auf Kraftstoffe massiv gesenkt, um den Endpreis für Verbraucher abzufedern und den Tankstellen wieder eine Marge zu ermöglichen. Oder die Preisdeckelung wird aufgehoben, was die volle Wucht der Weltmarktpreise auf die Autofahrer übertragen würde.
Die kommenden Tage werden zeigen, in welche Richtung sich der Markt bewegt. Hinter den Kulissen wird zweifellos intensiv gerechnet und verhandelt. Klar ist: Eine dauerhafte Lösung muss gefunden werden, um sowohl die Mobilität der Bürger als auch die Wirtschaftlichkeit der Tankstellen zu sichern. Der Dienstag wird hierfür der alles entscheidende Tag sein.
