Die Meldung auf Morski.hr sorgt für Schnappatmung unter allen Entschleunigungs-Experten und Liebhabern der Fijaka:
Das Ministerium für Meer, Verkehr und Infrastruktur hatte eigentlich damit gerechnet, die neuen Schiffe für die Hafenkapitäne bis zum Jahr 2028 zu erhalten.
Wir reden hier von staatlicher Bürokratie und komplexem Schiffbau – eine Kombination, die normalerweise mehr Geduld erfordert als das Warten auf eine Windböe bei Flaute.
Aber Iskra hat nun das Unmögliche bestätigt: Nix 2028! Wir liefern die ersten Schiffe bis zu diesem Sommer!
Aber jetzt einmal die Ironie beiseite – die Details des Auftrags
Für die Seenotrettung ist das ein gewaltiger Sprung nach vorne. Die neuen, unsinkbaren Aluminium-Flitzer kommen genau rechtzeitig zur Saison, um die Sicherheit auf dem Meer massiv zu erhöhen.
Zur Erinnerung: Der Vertrag über den Bau von sieben neuen Such- und Rettungsbooten (SAR-Booten) zwischen der Iskra-Werft aus Šibenik und dem Ministerium für Meer, Verkehr und Infrastruktur wurde im Dezember 2023 unterzeichnet.
Das Gesamtvolumen beträgt rund 13,5 Millionen Euro, das entspricht rund 1,9 Millionen Euro pro Boot.
Technik-Check: Rettungs- vs. Hafenmeisterboote – Wo liegen die Unterschiede?
Obwohl beide Bootsserien der Iskra-Werft auf derselben hochmodernen Plattform basieren – 15 Meter Länge, robuster Aluminiumrumpf und garantierte Unsinkbarkeit – sind sie für völlig unterschiedliche Missionen konzipiert. Hier ist der Vergleich zwischen den „schwimmenden Ambulanzen“ (HMP) und den neuen „Search and Rescue“-Spezialisten (SAR).
1. Medizinische Hilfe vs. Such- und Rettungseinsatz
- HMP-Boote (Notfallmedizin): Diese bereits früher ausgelieferten Boote fungieren als „schwimmende Krankenwagen“. Der Fokus liegt auf der Patientenversorgung: Die Innenräume sind mit fest installierten Betten, Sauerstoffversorgung und modernsten Reanimationsgeräten ausgestattet.
- SAR-Boote (Die neuen 7 Schiffe): Diese sind echte Such-Spezialisten. Sie bieten mehr Platz für die Besatzung und größere Gruppen von Geretteten. Die Ausrüstung ist deutlich robuster: Stärkere Schleppsysteme und High-Tech-Sensoren zur Objekterkennung im Wasser machen sie zur ersten Wahl bei Vermisstensuchen.
2. Kabinenlayout und Durchhaltevermögen
- Fokus Patient: Bei den medizinischen Booten ist alles auf die Stabilität des Patienten und die Ergonomie für das Notärzte-Team ausgerichtet.
- Fokus Besatzung: Die neuen SAR-Boote sind für Langzeiteinsätze optimiert. Da Suchaktionen oft viele Stunden dauern, bieten sie der Crew besseren Komfort und eine spezialisierte Navigationsumgebung für die systematische Geländesuche.
3. Antrieb und Wetterfestigkeit
- Geschwindigkeit: Beide Typen sind mit über 35 Knoten (ca. 65 km/h) extrem schnell unterwegs.
- Extrembedingungen: Die neuen Modelle für das Meeresministerium wurden speziell für schwerste See (Seegang 6+) optimiert. Während die Ambulanzboote auf schnellen Patiententransport ausgelegt sind, liegt die Priorität der SAR-Boote auf maximaler Manövrierfähigkeit unter Sturmbedingungen, um andere Schiffe sicher abschleppen oder Menschen aus tosender See retten zu können.
Kurz gesagt: Während die ersten Boote „schnelle Ambulanzen“ für den medizinischen Notfall sind, handelt es sich bei den neuen Einheiten um „maritime Spezialkräfte“, die primär für die Überwachung, Suche und Rettung unter härtesten Bedingungen gebaut wurden.
Wir ziehen den Hut vor der Mannschaft der Iskra Werft für dieses „Poslovno čudo“ (Business-Wunder). Aber eine Warnung sei ausgesprochen:
Übertreibt es nicht mit dem Tempo! Wir brauchen die Fjaka noch als Kulturgut. Ein bisschen Pomalo muss bleiben, sonst müssen wir uns am Ende noch alle an diese neue „Pünktlichkeit“ gewöhnen. Und das wäre nun wirklich der Untergang des Abendlandes… oder zumindest Dalmatiens.
