Wer in den letzten Jahren auf Instagram oder TikTok nach den besten Spots in Istrien gesucht hat, kam an ihr nicht vorbei: Die Golub-Höhle (Golubova špilja) bei den Galebove stijene in Pula.
Mit ihrem türkisblau leuchtenden Wasser und dem mystischen Lichteinfall war sie das Motiv schlechthin für Kajakfahrer und Schnorchler.
Doch wer 2026 mit dem Paddel im Gepäck anreist, steht vor verschlossenen „Türen“. Seit 2025 ist die Höhle für Besucher dauerhaft gesperrt. Und Vorsicht: Das Verbot ist kein gut gemeinter Rat, sondern wird strikt überwacht. Was steckt dahinter, wie teuer wird ein Verstoß, und lohnt sich der Weg zu den Klippen trotzdem noch?
Warum die Sperrung 2026 notwendig ist
Die Golub-Höhle wurde Opfer ihres eigenen Erfolgs. Die Folgen des Massentourismus zwangen die Stadt Pula und die Naturschutzbehörde Natura Histrica zum Handeln. Die Gründe sind vielfältig:
- Schutz der Mönchsrobbe: Die extrem seltene Mittelmeer-Mönchsrobbe wurde hier wieder gesichtet. Sie braucht absolute Ruhe zur Regeneration.
- Hygiene: Durch mangelnde Wasserzirkulation stieg die Belastung mit E. coli-Bakterien massiv an.
- Sicherheit: Schwere Unfälle zwischen Klippenspringern und Kajakfahrern in der engen Höhle gehörten leider zum Alltag.
Achtung: Teure Selfies – Die Strafen im Überblick
Wer glaubt, „mal eben kurz“ für ein Foto unter der Absperrung durchzutauchen, riskiert 2026 empfindliche Bußgelder. Die kroatischen Behörden verstehen hier keinen Spaß mehr:
- Für Privatpersonen: Wer als Schwimmer, Schnorchler oder privater Paddler die Bojenlinie überquert oder die Höhle betritt, muss mit einem Bußgeld von ca. 132,00 € rechnen.
- Für gewerbliche Anbieter: Richtig teuer wird es für Reiseveranstalter und Kajak-Vermieter, die Touren in die Höhle anbieten. Hier liegen die Strafen zwischen 3.300,00 € und 26.500,00 €. Zudem droht der sofortige Entzug der Gewerbelizenz.
Wie wird das Verbot kontrolliert?
Man verlässt sich nicht mehr nur auf Hinweisschilder. Das Gebiet wird 2026 aktiv überwacht:
- Physische Barrieren: Eine deutliche Bojenkette markiert die Verbotszone.
- Ranger-Patrouillen: Mitarbeiter von Natura Histrica und die kommunale Ordnungspolizei sind regelmäßig mit Booten vor Ort.
- Videoüberwachung: An den Klippen wurden Kameras installiert, um Verstöße auch außerhalb der Patrouillenzeiten zu dokumentieren.
Die gute Nachricht: Die „Galebove stijene“ bleiben ein Highlight!
Auch wenn das Innere der Höhle nun tabu ist, bleibt der Ort – die Galebove stijene (Seagull’s Rocks) – weiterhin ein fantastisches Ausflugsziel.
- Klippenspringen: Die Felsformationen außerhalb der Höhle sind weiterhin zugänglich und bieten Sprunghöhen für jedes Level.
- Schnorcheln: Das Wasser rund um die Klippen ist glasklar und bietet eine tolle Sicht auf die Unterwasserwelt, solange man außerhalb der Bojen bleibt.
- Kajak-Touren: Die meisten Anbieter in Pula haben ihre Routen angepasst. Man erkundet nun die zerklüftete Küstenlinie der Halbinsel Muzil von außen – ein Erlebnis, das ökologisch weitaus verträglicher ist.
Wichtig: Verwechslungsgefahr vermeiden!
Oft wird die Golub-Höhle mit der Velika Kolombarica am Kap Kamenjak (nahe Premantura) verwechselt. Während die Höhle in Pula/Stoja strikt gesperrt ist, ist die Höhle am Kap Kamenjak derzeit noch zugänglich – allerdings herrscht auch dort enormer Andrang.
Unser Fazit für 2026
Respektiert bitte die Natur und euren Geldbeutel. Die Sperrung der Golub-Höhle ist ein wichtiger Schritt, um die Artenvielfalt der Adria zu schützen. Pula hat so viele wunderschöne, legale Buchten zu bieten – genießt die Schönheit der Küste mit Rücksicht auf die Umwelt!
