Während sich die Charter-Flotten im Sommer oft in Richtung der berühmten Kornaten oder nach Hvar drängen, gibt es in der mittleren Adria einen Ort, an dem die Zeit nicht nur langsamer läuft, sondern fast stehen geblieben scheint. Die Rede ist von Vrgada.
Diese kleine Insel, eingebettet zwischen Pašman, Murter und dem Festland bei Pakoštane, ist mehr als nur ein weiterer Ankerplatz. Sie ist ein Stück authentisches Dalmatien, eine autofreie Oase der Ruhe und ein Treffpunkt zweier Welten: Hier begegnen sich die Crews der Segelyachten und die Tagesausflügler vom Festland am selben goldenen Ufer.
Das Highlight: Der Strand Podbrizi und sein stiller Wächter
Für Nautiker ist der Anblick bei der Annäherung an die Südseite der Insel spektakulär. Das Wasser leuchtet in surrealen Türkistönen, und vor einem öffnet sich die Bucht des Strandes Podbrizi, einer der wenigen echten Sandstrände der Region. Eingerahmt wird er von markanten, rötlich schimmernden Sandsteinklippen.
Das Wahrzeichen auf der Klippe
Doch der Blickfang, der Podbrizi so unverwechselbar macht, ist nicht nur der Sand. Es ist ein einzelner, knorriger Baum, der seit Jahren hoch oben auf der Abbruchkante der Sandklippe thront.
Wie ein stiller Wächter klammert er sich mit seinen Wurzeln an den erodierenden Fels, trotzt Bora und Jugo und bietet das wohl fotogenste Motiv der gesamten Inselgruppe. Seine Silhouette gegen den Abendhimmel ist das inoffizielle Logo Vrgadas und ein Symbol für die widerstandsfähige Schönheit dieser Insel.
Ein Ziel, zwei Perspektiven
Das Besondere an Vrgada ist, dass es für unterschiedliche Urlauber gleichermaßen attraktiv ist, ohne überlaufen zu wirken.
1. Die nautische Perspektive: Freiheit vor Anker
Für Skipper ist die Bucht vor Podbrizi ein Traum. Es gibt Bojenfelder für einen sicheren Aufenthalt, und das kristallklare Wasser lädt sofort zum Sprung von der Badeplattform ein. Es ist der ideale Ort für einen ausgiebigen Badestopp oder eine ruhige Nacht unter dem Sternenhimmel, geschützt vor dem Maestral.
Die Insel ist von unserer Base aus bei gutem Wetter in rund 45 Minuten gut erreichbar – ein herrliches Ziel für Tagesausflüge mit dem Sportboot!
2. Die Landperspektive: Entschleunigung pur
Aber Vrgada ist nicht nur für Bootsbesitzer da. Die Insel ist ein fantastisches Ziel für Landurlauber, die in Biograd oder Pakoštane weilen.
Die Anreise mit der kleinen Linienfähre vom Festland ist bereits Teil des Erlebnisses und fühlt sich an wie eine Zeitreise. Auf der Insel angekommen, gibt es keine Autos, nur schmale Gassen, den Duft von Pinienwäldern und das Zirpen der Zikaden. Der Fußweg vom kleinen Hafen über den Hügel zum Sandstrand ist ein kurzer, malerischer Spaziergang.
Kulinarik: Wo sich alle treffen
Egal, ob ihr mit dem Dinghy anlandet oder zu Fuß aus dem Dorf kommt: Am Strand gibt es saisonal im Normalfall eine urige Beach-Bar, in der man mit den Füßen im Sand ein kühles Pivo genießen kann.
Für den großen Hunger lohnt sich der Weg in den kleinen Ort. Hier wird einfaches, landesübliche Essen serviert.
Nautische Fakten im Überblick (Für Skipper)
| Merkmal | Details |
| Lage | Zwischen Biograd na Moru und der Insel Murter/ Details in den Seekarten und einschlägigen Hafenhandbüchern oder im Navi. |
| Anlegemöglichkeiten | Bojenfeld an der Bucht Podbrizi; kleiner Hafen im Dorf (begrenzte Tiefe!). |
| Schutz | Gut geschützt vor Maestral; bei starker Bura oder Jugo ist Vorsicht geboten. |
| Versorgung | Kleiner Laden im Dorf für die einfache Versorgung. |
Ein Ort für die Seele
Vrgada ist kein Ort für Partylöwen. Es ist ein Ort für Menschen, die das Ursprüngliche suchen – sei es vom Deck einer Segelyacht aus oder mit dem Badehandtuch unter dem Arm, nachdem sie von der Fähre gestiegen sind. Wer einmal unter dem berühmten Baum auf der Klippe geschwommen ist, kommt oft wieder.
