Mitten im Ort! Spektakuläres Video zeigt Schakal in den Gassen von Murter

Es sind Bilder, die man eher aus einer Naturdokumentation aus der afrikanischen Savanne erwartet – doch sie stammen aus dem Herzen von Murter. Ein Video, das derzeit in den sozialen Netzwerken die Runde macht, zeigt eine Szene, die viele Einheimische ratlos macht: Ein ausgewachsener Goldschakal trottet seelenruhig durch die nächtlichen Gassen des Ortes.

Kein scheues Huschen im Unterholz, kein weites Ausweichen vor menschlichen Siedlungen. Das Raubtier bewegt sich auf dem Asphalt so selbstverständlich, als gehöre es zum Ortsbild.

Wenn die Wildnis an die Haustür klopft

Das Bild des Schakals in den Gassen von Murter ist mehr als nur ein „kurioser Schnappschuss“. Es ist das sichtbare Zeichen einer Entwicklung, die ganz Dalmatien und insbesondere die Inselwelt vor enorme Herausforderungen stellt. Der Goldschakal (Canis aureus) ist kein seltener Gast mehr – er ist zum dauerhaften Nachbarn geworden.

Warum verliert der Schakal die Scheu?

Normalerweise meiden Schakale den Menschen. Doch die enorme Populationsdichte auf Murter und den umliegenden Inseln sorgt für Nahrungskonkurrenz.

  • Leichte Beute: Offene Mülltonnen und Katzenfutter locken die intelligenten Tiere in die Siedlungen.
  • Gewöhnung: Da der Jagddruck im bewohnten Gebiet fehlt, lernen die Tiere schnell, dass von den beleuchteten Gassen keine Gefahr ausgeht.

Das Problem hinter den spektakulären Bildern

Was auf dem Video fast schon „faszinierend“ wirkt, ist für die Region ein handfestes Problem. Die Schakal-Invasion betrifft drei wesentliche Bereiche:

1. Die „Todeszone“ für die Schafzucht

Besonders auf den Kornaten, wo die Schafe traditionell frei weiden, ist die Lage dramatisch. Für ein Schakal-Rudel sind die wehrlosen Lämmer eine Einladung zum Festmahl. Landwirte berichten, dass sie teilweise bis zu 50 % ihres Nachwuchses an die Raubtiere verlieren. Eine jahrhundertealte Kulturform der Landwirtschaft droht dadurch auszusterben.

2. Ökologischer Kahlschlag auf den Inseln

Auf einer Insel wie Murter gibt es kaum natürliche Feinde für den Schakal. Das führt dazu, dass er fast alles jagt, was kleiner ist als er selbst: Hasen, Fasane und seltene bodenbrütende Vögel verschwinden zusehends aus dem Ökosystem.

3. Verunsicherung im Tourismus

Murter lebt vom Tourismus. Das Video des Schakals im Ort sorgt für gemischte Gefühle. Zwar sind die Tiere für Menschen in der Regel nicht gefährlich, doch das nächtliche Heulen und die Sichtungen in der Nähe von Ferienhäusern sorgen bei Gästen für Unbehagen.

Jagd auf Geister: Warum ist die Kontrolle so schwer?

Man fragt sich: Warum unternimmt niemand etwas? Die Antwort liegt in der Natur des Tieres. Der Goldschakal ist:

  • Hochintelligent: Er lernt Fallen und Jagdmuster extrem schnell.
  • Nachtaktiv: Er nutzt die Dunkelheit und die dichte Macchia Dalmatiens als perfekten Schutz.
  • Mobil: Er schwimmt problemlos von Insel zu Insel, was eine lokale Ausrottung fast unmöglich macht.

Das Video aus Murter könnte man als Weckruf verstehen. Es zeigt, dass das Gleichgewicht zwischen Mensch, Nutztier und Wildtier in Dalmatien empfindlich gestört ist. Es braucht jetzt klare Managementpläne, eine engere Zusammenarbeit mit den Jägern und einen besseren Schutz für die Herden auf den Kornaten, damit der „Goldene Schrecken“ nicht dauerhaft die Oberhand gewinnt.

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