Trendcheck 2026: hat das „schwimmende Apartment“ Zukunft beim Kroatien-Urlaub?

Während das Übernachten auf Booten bisher den Nautikern vorbehalten war, hat die Sharing Economy das Segelboot als „schwimmendes Apartment“ für die breite Masse entdeckt. Hier ist die Analyse der aktuellen Lage (Stand 2025/2026):

Der Trend: Vom Transportmittel zum „Lifestyle-Objekt“

Airbnb hat bereits vor einiger Zeit die Kategorie „Boote“ eingeführt. Der Trend bewegt sich weg vom klassischen Charter (Wochentörns mit Segelerfahrung) hin zum Short-Stay-Erlebnis:

  • Stationäres Wohnen: Viele Boote werden als „schwimmende Hotelzimmer“ vermietet, ohne dass sie den Hafen verlassen. Das ist oft günstiger als ein Hotel in Top-Lage (z. B. in Venedig, Barcelona oder Amsterdam).
  • Millennials als Treiber: Für die jüngere Zielgruppe zählt das „Erlebnis“ mehr als der Besitz. Ein Foto auf einem Segelboot in der Abendsonne ist das perfekte Social-Media-Motiv.
  • Spezialisierung: Neben Airbnb haben sich Plattformen wie SamBoat, Zizoo oder Seasy als „Airbnb für Boote“ etabliert, die professioneller auf die Bedürfnisse von Seglern und Landratten zugeschnitten sind.

Warum das Modell boomt (und warum nicht)

Die Vermietung wird vor allem durch die hohen Kosten nicht nicht gebuchter Segeljachten vorangetrieben, bietet für beide Seiten Vorteile, bringt jedoch spezifische Tücken mit sich:

Pro (Gäste & Gastgeber)Contra (Herausforderungen)
Einzigartige Lage: Übernachten direkt am Wasser, oft im Stadtzentrum.Platzmangel: Kojen und Nasszellen sind deutlich enger als in Wohnungen.
Kostendeckung: Bootsbesitzer finanzieren so die hohen Liegeplatz- und Wartungskosten.Umweltbelastung: Fäkalienentsorgung und Müll im Hafen sind oft problematische Themen.
Einstiegshilfe: Gäste können „Sailing-Life“ testen, ohne einen Segelschein zu besitzen.Sicherheit: Steile Niedergänge und Gasherde an Bord sind für Laien nicht ganz ungefährlich.

Die „Gegenwelle“: Regulierung und Verbote

Da der Trend in beliebten Hafenstädten überhandnahm, greifen die Behörden nun durch.

  • La Rochelle (Frankreich): Hat die Vermietung von Booten als touristische Unterkunft auf Plattformen wie Airbnb ab Juni 2025 verboten, um die Hafenaktivitäten zu schützen.
  • Mallorca & Kroatien: Hier regt sich Widerstand der lokalen Bevölkerung und der klassischen Hotellerie. Es wird an Gesetzen gearbeitet, um „Dumping-Preise“ durch unregulierte Boots-Übernachtungen zu verhindern.
  • Versicherungsschutz: Viele Standard-Versicherungen decken die gewerbliche Vermietung an Dritte nicht ab – ein hohes Risiko für private Bootsbesitzer.
  • Die Marinas haben zunehmend ein Auge auf “Dauergäste” und werden dem Treiben nicht lange zusehen.

Ein Trend im Wandel

Wir befinden uns gerade in der Phase der Professionalisierung. Die Zeit des „wilden“ Vermietens neigt sich vor den richtigen Start bereits wieder dem Ende zu.
Wer heute auf einem Boot übernachten möchte, findet zwar immer noch tolle Angebote unter der Hand, sollte aber zunehmend auf spezialisierte Portale setzen, die auch die rechtlichen und sicherheitstechnischen Standards (wie Skipper-Optionen oder Versicherungspakete) garantieren.

Dazu kommt, dass die Marinas in Kroatien auch bisher schnell und äusserst kreativ auf neue Einkunftsquellen reagiert haben. Man kann davon ausgehen, dass sie diesen Trend nicht unbeobachtet lassen, und vielleicht auch neue Tarifmodelle einführen.

Ab Juni 2026 greift zudem die neue EU-Verordnung zur Kurzzeitvermietung auch in Kroatien voll durch.
Jedes Boot, das als Unterkunft angeboten wird, muss eine eindeutige Registrierungsnummer besitzen. Ohne diese Nummer darf keine Anzeige auf Airbnb oder Booking.com mehr online sein. Das Ziel: Schluss mit „grauen“ Vermietungen und mehr Sicherheit für die Gäste.
Was dazu kommt: Ein Boot ist kein Haus – es unterliegt der Sicherheitsüberprüfung durch die Hafenkapitanerie.

Zusammenfassend lässt sich das Thema wie folgt:
Das Segelboot könnte in manchen Bereichen so etwas wie das neue Tiny House auf dem Wasser werden.
Charmant, trendy, aber regulatorisch zunehmend unter Beobachtung, und vor allem: billig wird’s auch da nicht 😉

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