Der Kormoran – 35 Meter tief & hungrig: das Geheimnis des ‚schwarzen Torpedos‘ an unserer Küste

Wer mit dem Boot entlang der kroatischen Küste schippert oder in den frühen Morgenstunden die Stille in den Buchten genießt, sieht ihn oft: den Kormoran. Meist erkennt man nur den langen Hals und den Kopf, während der Vogel scheinbar unbeteiligt durch die morgendliche Bonaca gleitet.

Doch lasst euch von der meditativen Pose nicht täuschen. Unter der Wasseroberfläche ist dieser Vogel eine hocheffiziente Fangmaschine, die bei Fischern und Naturschützern gleichermaßen für Gesprächsstoff sorgt.

Ein Appetit, der es in sich hat

Der Kormoran ist kein Kostverächter. Während wir uns über eine frische Goldbrasse vom Grill freuen, macht der Kormoran Jagd auf alles, was ihm vor den Schnabel kommt. Und das ist eine ganze Menge.

  • Die Menge: Ein ausgewachsener Kormoran vertilgt pro Tag etwa 400 bis 500 Gramm Fisch.
  • Die Relation: Das klingt im ersten Moment vielleicht nicht nach viel, aber rechnen Sie das mal auf eine ganze Kolonie hoch, die über Monate in einer Bucht bleibt. Da verschwinden schnell einige Tonnen Fisch im „schwarzen Loch“.

Besonders in den flacheren Küstengewässern Kroatiens ist er äußerst erfolgreich. Er ist ein opportunistischer Jäger – er frisst das, was am leichtesten zu fangen ist. Das macht ihn bei lokalen Berufsfischern nicht unbedingt zum beliebtesten Nachbarn.

Der Torpedo unter den Vögeln

Was den Kormoran so faszinierend (und effektiv) macht, ist seine Anatomie. Im Gegensatz zu Enten oder Möwen ist sein Gefieder nicht vollständig wasserabweisend. Das klingt nach einem Konstruktionsfehler, ist aber sein größter Vorteil: Er hat dadurch weniger Auftrieb und kann wie ein schwarzer Torpedo durch das Wasser schießen.

Wie tief taucht er wirklich? Die meisten Jagdausflüge finden in Tiefen von 1 bis 3 Metern statt. Doch wenn die Beute tiefer steht, zeigt der Kormoran sein wahres Können:

  • Er kann problemlos Tiefen von bis zu 30 bis 35 Metern erreichen.
  • Dabei bleibt er oft bis zu einer Minute unter Wasser, um seine Beute zu verfolgen.

Das ist auch der Grund, warum man ihn oft mit ausgebreiteten Flügeln auf den Felsen sieht. Da sein Gefieder nass wird, muss er es mühsam an der Luft trocknen lassen, bevor er wieder abheben kann.

Ein Teil unseres Ökosystems

Auch wenn Fischer oft keine rechte Freude mit dem effektiven Konkurrenten haben – er gehört zur Adria wie das Salz zum Meer.
Er ist ein Indikator für ein fischreiches Revier, auch wenn er uns den einen oder anderen Fang streitig macht. Für uns Skipper und Naturliebhaber bleibt er ein faszinierendes Beobachtungsobjekt, das uns zeigt, wie perfekt die Natur an das Leben zwischen den Elementen angepasst ist.

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