Kroatien hat viele Gesichter, doch nur wenige Orte bewahren sich ihren ursprünglichen Charme so authentisch wie die Insel Cres.
Während viele Touristen die bekannten Hotspots ansteuern, verbirgt sich im Herzen der Kvarner Bucht eine Stadt, die sich anfühlt wie eine Reise in ein verträumtes italienisches Fischerdorf des letzten Jahrhunderts: Grad Cres.
Ein Hauch von Italien
Schon beim ersten Schritt auf den Mandrač, den hufeisenförmigen Hafen von Cres, spürt man es: dieses unverwechselbare mediterrane Flair, das man sonst aus der Toskana oder Venetien kennt. Es ist kein Zufall, dass Cres oft mit Italien verglichen wird. Die Stadt stand jahrhundertelang unter der Herrschaft der Republik Venedig, und dieser Einfluss ist in jedem Winkel präsent.
Die pastellfarbenen Häuserfronten, die sich im tiefblauen Wasser spiegeln, könnten genauso gut in Portofino oder an der Amalfiküste stehen.
Doch Cres hat einen entscheidenden Vorteil: Es ist leiser, ursprünglicher und bewahrt sich eine ehrliche Gelassenheit, die man an überlaufenen Orten oft vermisst.
Italienische Architektur trifft kroatische Seele
Wer durch die engen Gassen schlendert, fühlt sich unweigerlich nach Italien versetzt. Überall entdeckt man Relikte der venezianischen Ära:
- Der Markuslöwe: An den alten Stadttoren wie der Porta Marcane grüßt stolz das Wappen Venedigs.
- Die Stadtloggia: Ein Ort, der pure italienische Piazza-Kultur ausstrahlt. Hier wird diskutiert, gelacht und das Leben genossen – genau wie in einer italienischen Kleinstadt.
- Der Renaissance Palast Moise ist der größte patrizische Renaissance-Stadtpalast Kroatiens.
- Wäscheleinen über den Gassen: Ein Bild, das man aus Neapel kennt – bunt gemischte Wäsche, die hoch über den Köpfen der Passanten zwischen den steinernen Hauswänden im Wind flattert und das Bild der mediterranen Idylle perfekt macht.
- Dolce Vita auf Kroatisch: Das Lebensgefühl
In Cres verschmelzen das italienische „Dolce Vita“ und die dalmatinische „Fjaka“ (die Kunst des Nichtstuns) zu einer ganz besonderen Symbiose. Man hetzt hier nicht von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Man setzt sich in eine Bar am Hafen, bestellt einen Espresso oder einen Aperitif und lässt die Zeit verstreichen.
Die mediterrane Wirkung wird durch die Düfte der Insel verstärkt: Salbei, Rosmarin und das weltberühmte Olivenöl von Cres liegen in der Luft.
Kulinarisch ist der Vergleich mit Italien ebenso nahliegend – fangfrischer Fisch, handgemachte Pasta und erstklassiges Olivenöl bilden das Herzstück der lokalen Küche, nur eben mit dem wilden, rauen Einschlag der Kvarner-Inseln.
Die Stadt Cres ist ein lebendiges Museum – eine Hommage an die mediterrane Geschichte, verpackt in kroatische Gelassenheit.
Wer die Ästhetik Italiens liebt, aber die Ruhe der kroatischen Inselwelt sucht, wird sich in Cres unsterblich verlieben. Es ist der Ort, an dem die Uhr ein bisschen langsamer tickt und das Herz ein bisschen schneller schlägt.

Liebes Blogteam, lieber Kristijan,
wie passend Cres beschrieben wurde!!
Seit nunmehr 20 Jahren immer wieder „unsere“ Insel und seit 2019 Homebase unserer LiberTina. Sobald es auf die Fähre geht, suchen wir nach all den Jahren immer noch denjenigen, der das Spray versprüht – das Entschleunigungsspray😉
So gerne wir auch in Dalmatien unterwegs sind und dort die wunderschönen Orte und versteckten Buchten besuchen, so freuen wir uns doch wenn wir wieder auf Cres sind.
Jede Jahreszeit hat hier ihren besonderen Reiz und ist für Überraschungen gut, sei‘s Hugo oder die Delphine direkt am Steg.
Kein Wunder, dass man hier auf immer wieder gleiche „Wiederholungsgesichter“ trifft. Dies liegt aber auch zum grossen Teil an den wunderbaren Cresanern, dass die Cresaner ganzjährig hier leben UND dem Tourismus, was sich hier absolut vermischt. Es finden div. Veranstaltungen statt, die FÜR und VON den Cresanern stattfinden und wir „Touris“ gerne teilnehmen können. Wir sagen immer, hier ist die Welt noch in Ordnung. ABER wie man in den Wald hineinruft…..
Vielleicht sollten wir besser schreiben: Cres ist üüüüüüüberhsupt nicht schön, lohnt sich nicht usw.😎Nein, wir freuen uns über jede positive Reaktion von Freunden, denen wir Cres empfohlen haben und die komischerweise auch schon Wiederholungstäter sind! Wer allerdings Partyleben, Flaniermeilen, Shoppingmalls sucht, oder Essen und Trinken in fünf Minuten auf dem Tisch erwartet, ist hier definitiv falsch! Wer jedoch Natur, köstliches Essen in Ruhe, mehr als gastfreundliche Menschen sucht und bereit ist, sich den Menschen hier zu öffnen und bereit ist das typische „deutsch-oder österreichische“ zumindest für den Aufenthalt hier, wegzuschieben und sich als GAST sieht, ist hier richtig😉
Die Rückreise nach Deutschland naht und wir freuen uns schon jetzt, wenn es im April wieder frei nach Chris Rea heisst: Driving home to Cres
Ganz liebe Grüsse
Tina & Thorsten