Zlatni Rat – das Goldene Horn auf der Insel Brač – ist das unangefochtene Wahrzeichen des kroatischen Tourismus. Millionen Mal fotografiert, weltberühmt für seine Form, die sich mit dem Wind und den Wellen wandelt. Doch hinter der Postkarten-Idylle braut sich laut dem Nachrichtenportal morski.hr ein Sturm zusammen.
Aktuelle Berichte, Expertenwarnungen und vor allem die Einheimischen zeichnen ein düsteres Bild:
Durch menschliche Eingriffe – so die Kritiker – droht dieses Naturwunder seine Dynamik und damit sein „Herz“ zu verlieren!
Der „Mali Rat“ und die Zerstörung des Gleichgewichts
Der Kern des Problems, meinen die Einheimischen, liegt nicht etwa direkt am Goldenen Horn, sondern ein Stück weiter östlich, beim sogenannten „Mali Rat“.
In den letzten Jahren wurden dort massive Aufschüttungen vorgenommen, um Strände künstlich zu vergrößern und Platz für mehr Liegen und Sonnenschirme zu schaffen.
Was auf den ersten Blick wie eine „Verbesserung“ für Touristen aussieht, ist ein ökologischer und physikalischer Albtraum. Beobachter und die Anrainer warnen: Die Meeresströmungen wurden massiv gestört.
Wie das Goldene Horn funktioniert
Zlatni Rat ist kein statisches Gebilde. Es ist ein lebendiger Organismus aus Kies, der durch das perfekte Zusammenspiel von zwei Strömungen geformt wird, die an der Landspitze aufeinandertreffen.
Durch die neuen Aufschüttungen am Mali Rat wurde dieses sensible System unterbrochen.
Die Strömung wird abgelenkt. Das natürliche Material (der Kies), das normalerweise das Goldene Horn „füttert“ und immer wieder neu formt, erreicht sein Ziel nicht mehr.
Das Ergebnis? Die Spitze des Zlatni Rat verändert sich nicht mehr auf natürliche Weise, sie erodiert oder verformt sich untypisch. Bol läuft Gefahr, sein wertvollstes Gut zu verlieren – nicht durch den Klimawandel, sondern durch kurzsichtiges Handeln vor Ort.
Eingriffe bringen die Natur aus dem Gleichgewicht
Massentourismus verlangt nach immer mehr Infrastruktur. Doch wenn wir die Natur zubetonieren oder durch künstliche Aufschüttungen „begradigen“, zerstören wir genau das, weshalb die Menschen überhaupt zu uns kommen.
Die „Seele von Bol“ ist eng mit der Freiheit und der Bewegung des Goldenen Horns verbunden. Wenn wir es in ein künstliches Korsett zwängen, bleibt nur eine leblose Steinformation übrig.
Das Nachrichtenportal morski.hr startet einen dringenden Weckruf:
“Es ist Zeit, dass die Verantwortlichen in Bol und in der kroatischen Tourismuspolitik erkennen, dass Nachhaltigkeit kein Modewort ist, sondern die Lebensversicherung für unsere Küste”
Die Menschen aus Bol und der Region sind sich einig: “Wir brauchen keine künstlich verbreiterten Strände, die das ökologische Gleichgewicht zerstören. Wir brauchen den Schutz unserer natürlichen Phänomene. Das Goldene Horn ist ein Erbe, das wir bewahren müssen”

