Die Bunkeranlagen rund um Božava sind etwa 40 bis 55 Jahre alt. Sie wurden größtenteils in den 1970er und frühen 1980er Jahren erbaut.
Damals war Kroatien noch Teil Jugoslawiens, und Staatschef Josip Broz Tito ließ die gesamte Adria-Küste mit einem Netz aus versteckten Militärbasen überziehen. Die Bunker bei Božava gehörten zum strategischen Verteidigungsplan der Jugoslawischen Volksarmee (JNA).
Ziel war es, die Küste “unsichtbar” zu machen und Marineeinheiten vor Luftangriffen und Spionage zu schützen.
Wenn ihr die Küste nördlich und südlich von Božava abfahrt, werdet ihr auf drei markante Tunnel stoßen:
- Bunker Zagračina: Dies ist der nördlichste Bunker, der am nächsten am Ort Božava liegt (nur etwa 15-20 Minuten Fußmarsch oder ein kurzer Katzensprung mit dem Boot). Er ist oft der erste Anlaufpunkt für Entdecker und bietet eine beeindruckende Einfahrt.
- Bunker Paprenica: Er befindet sich südöstlich von Božava in der gleichnamigen Bucht Paprenica. Die Bucht ist gut geschützt und eignet sich hervorragend, um kurz den Anker zu werfen und den Tunnel mit dem Stand-Up-Paddle oder Beiboot zu erkunden.
- Bunker Bukašin: Noch ein Stück weiter südlich entlang der Küste liegt der Bukašin-Tunnel. Wie die anderen beiden Bunker ist er tief in den Fels getrieben und bietet die typische, leicht mystische Atmosphäre der verlassenen Militärstützpunkte.
Die Navigation zu den Bunkern ist einfach, die sind auf allen guten Seekarten eingezeichnet.
U-Boote oder Schnellboote?
Obwohl heute die meisten von den „U-Boot-Bunkern“ sprechen, ist das technisch gesehen nur die halbe Wahrheit.
Die Tunnel waren primär als Verstecke für Torpedoboote und Raketenschnellboote gedacht. Große U-Boote hätten in den relativ schmalen Einfahrten von Zagračina & Co. kaum Platz gehabt.
Aber egal ob Boot oder U-Boot: Der Gänsehaut-Faktor ist garantiert!
Für viele Skipper sind die Bunker heute einer der coolsten „Lost Places“ der Adria. Hier sind drei Gründe, warum ihr den Anker werfen solltet:
- Natur-Klimaanlage: Selbst im heißesten August herrscht im Inneren der Tunnel eine angenehme Kühle.
- Der perfekte Fotospot: Der Kontrast zwischen dem tiefblauen Wasser und dem grauen Beton der Tunnelöffnung ist ein Garant für spektakuläre Aufnahmen.
- Abenteuer pur: Man kann mit dem Beiboot oder – bei ruhiger See und entsprechender Erfahrung – sogar mit der Yacht vorsichtig hineinfahren.
Aber Achtung für den Fall, dass ihr an einem der Bunker übernachten möchtet:
in manchen Jahren kommt es in de Gewölben zu einer großen Rattenpopulation, man Anlegen an der Mole kann es dann leicht passieren, dass einer der vierbeinigen Nager den Weg auf euer Boot findet.
Und noch ein Tipp: Achtet beim Einfahren auf Wellen und Schwell: die können in den engen Betonröhren richtig tückisch sein.
