Wer in Kroatien eine Immobilie als Ferienunterkunft vermietet oder dies plant, sollte jetzt genau aufpassen. Eine neue gesetzliche Regelung, die auf EU-Vorgaben basiert, wird die Vermietung über Plattformen wie Airbnb und Booking.com grundlegend verändern.
Die Zeiten, in denen Immobilien ohne vollständige und verifizierte Daten gelistet werden konnten, sind bald vorbei.
Was ändert sich?
Bisher war es in der Praxis teilweise möglich, Unterkünfte auf großen Buchungsportalen anzubieten, auch wenn die behördliche Registrierung noch nicht vollständig abgeschlossen oder im System hinterlegt war. Das wird nun unmöglich.
Künftig gilt:
Keine Registrierung, keine Sichtbarkeit! Kroatien führt eine verpflichtende Registrierungsnummer für jede einzelne Wohneinheit ein. Die Plattformen (Airbnb, Booking.com etc.) werden gesetzlich dazu verpflichtet, diese Daten zu prüfen. Fehlen die Informationen oder sind sie fehlerhaft, muss die Plattform das Inserat sperren.
Warum kommt diese Maßnahme?
Die neue EU-Verordnung über die Datenerhebung und den Datenaustausch im Bereich der kurzfristigen Vermietung (Short-Term Rental Regulation) verfolgt mehrere Ziele:
- Transparenz: Der Wildwuchs an illegalen Vermietungen soll gestoppt werden.
- Steuergerechtigkeit: Durch den automatischen Datenaustausch zwischen den Buchungsplattformen und den nationalen Steuerbehörden wird sichergestellt, dass alle Einnahmen korrekt deklariert werden.
- Bessere Planung: Kommunen erhalten genauere Daten darüber, wie viele Touristen sich tatsächlich in welchen Regionen aufhalten, um die Infrastruktur besser planen zu können.
Was bedeutet das für die Vermieter?
Wenn jemand bereits legal vermietet und über eine gültige Kategorisierung verfügt, ändert sich der bürokratische Aufwand bei der Hinterlegung der Daten.
Sollten jemand jedoch eine Immobilie besitzen, die bisher “unter dem Radar” vermietet wurde oder deren Unterlagen nicht aktuell sind, besteht dringender Handlungsbedarf.
Die wichtigsten Schritte:
- Dokumente prüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihre Immobilie ordnungsgemäß kategorisiert ist.
- Datenabgleich: Die Daten in den Portalen müssen exakt mit den offiziellen Unterlagen (Besitzverhältnis, Adresse, Kapazität) übereinstimmen.
- E-Visitor: Die Verknüpfung mit dem kroatischen System “eVisitor” wird noch intensiver kontrolliert.
Auch wenn dies auf den ersten Blick nach mehr Bürokratie aussieht, ist es langfristig eine gute Nachricht für alle seriösen Anbieter auf dem kroatischen Markt. Die Professionalisierung sorgt für faire Wettbewerbsbedingungen und steigert die Qualität des Tourismusstandorts Kroatien.
