Endlich! Rovinj zieht die Bremse – Warum die Kreuzfahrt-Abgabe längst überfällig war

Wer in den letzten Jahren im Sommer am Hafen von Rovinj stand und sah, wie diese schwimmenden Hochhäuser die Sicht auf die heilige Euphemia versperren, der weiß: So konnte es nicht weitergehen.

Jetzt hat der Stadtrat endlich Fakten geschaffen. Ab dem nächsten Jahr müssen Kreuzfahrtschiffe eine Touristensteuer zahlen, wenn sie im Hafen festmachen oder vor der Stadt ankern.

Qualität vor Quantität – Ein notwendiger Schritt

Die Nachricht schlägt Wellen: Die Stadtverwaltung hat beschlossen, dass ab 2025 jedes Kreuzfahrtschiff – je nach Kapazität – zur Kasse gebeten wird.
Wir reden hier laut dem kroatischen Kurtaxengesetz (Zakon o turističkoj pristojbi) von Beträgen bis zu 5.300 Euro pro Tag und Schiff.

Die Stadtpolitiker sind sich weitgehend einig: “wir müssen uns entscheiden, welchen Tourismus wir in Istrien wollen. Wollen wir Massenabfertigung, bei der Tausende Menschen für drei Stunden durch die Gassen geschleust werden, ein Eis essen, ein Selfie machen und außer Müll und CO2 nichts in der Stadt lassen? Oder wollen wir den exklusiven, nachhaltigen Tourismus fördern, der den Wert unserer Immobilien und die Lebensqualität in Rovinj langfristig sichert?

Rovinj hat einige der besten 5-Sterne-Hotels des Landes (denken Sie an das Grand Park oder das Monte Mulini). Wer dort Hunderte oder Tausende Euro pro Nacht ausgibt, erwartet ein exklusives Erlebnis und keine völlig überlaufene Altstadt, weil gerade zwei Giganten vor der Stadt ankern.

Ein entscheidender Punkt, den die Stadträte diskutiert haben, ist die Verwendung der Mittel.
Die durch diese Maßnahme eingenommenen Gelder werden so verteilt, dass 85 % der Gemeinde oder Stadt und 15 % dem Landkreis zustehen. Diese Gelder werden ausschließlich zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur verwendet“, sagte 
Martina Čekić Hek, Leiterin der Verwaltungsabteilung für Wirtschaft, öffentliches Beschaffungswesen und europäische Fonds der Stadt Rovinj.

Diese neue Steuer wird die Kreuzfahrtriesen nicht komplett vertreiben – das ist auch nicht das Ziel. Aber es ist ein deutliches Signal: Rovinj ist kein Selbstbedienungsladen.
Für die Liebhaber dieser Region ist das eine gute Nachricht.
Somit schützt man das, was Rovinj so besonders macht: seinen Charme, seine Authentizität und seine Schönheit.

Es wurde Zeit, dass die Politik das erkannt hat. Ein bisschen spät, ja – aber besser spät als nie.

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