Jeder von uns kennt dieses eine Gefühl: Man sitzt seit Stunden im Auto, die Kilometer ziehen sich wie Kaugummi, der Rücken schmerzt, und die Kinder auf dem Rücksitz fragen zum zehnten Mal, wann wir endlich da sind. Staus, Baustellen und der graue Asphalt des Alltags liegen hinter uns. Und dann, plötzlich, stehen wir vor ihm: dem Tor in eine andere Welt.
Wenn der Berg die Welt teilt
Der Tunnel Sveti Rok ist weit mehr als nur ein 5,7 Kilometer langes Bauwerk im Velebit-Massiv. Er ist eine emotionale Grenze. Wer die kroatische Autobahn A1 Richtung Süden fährt, erlebt hier ein Phänomen, das weltweit vermutlich einzigartig ist.
Obwohl der Tunnel bereits 2003 für den Verkehr freigegeben wurde, markiert das Jahr 2009 den eigentlichen Wendepunkt: Seit der Fertigstellung der zweiten Röhre fließt der Verkehr reibungslos – und mit ihm die Glücksgefühle von Millionen von Reisenden.
Zwei Welten, ein Berg
Der Sveti Rok verbindet – und trennt gleichermaßen – zwei Klimazonen und Lebensgefühle, die unterschiedlicher kaum sein könnten:
- Die Nordseite: Hier liegt unser tägliches, „normales“ Dasein. Oft ist es grau, die Wolken hängen tief über den Gipfeln des Lika-Hochlandes, und die Luft ist kühl. Es ist die Welt von Job, Terminen und Verpflichtungen.
- Die Südseite: Sobald man das Portal in südliche Richtung passiert und das Licht am Ende des Tunnels heller wird, geschieht das Wunder. Man blinzelt in die strahlende Adria-Sonne, die karge, faszinierende Karstlandschaft breitet sich vor einem aus, und die warme Mittelmeerluft schlägt einem entgegen.
Wir sind da. Der monatliche Traum vom Meer wird in diesem einen Moment Realität.
„Der Tunnel ist die Schleuse, die den Alltagsstress einfach wegfiltert.“
Ein Wink des Heiligen Berges
Es gibt ein technisches Detail, das fast wie ein poetischer Scherz der Ingenieure wirkt: Die Fahrbahn in Richtung Norden – also zurück in die „reale Welt“ – ist tatsächlich länger als die in den Süden. Ganze 9 Meter Unterschied liegen zwischen den beiden Röhren (5.679 m Richtung Norden vs. 5.670 m Richtung Süden).
Vielleicht ist das der Grund, warum uns der Weg zurück so schwerfällt. Es ist, als wolle uns der „Heilige Berg“ (Sveti Rok) noch ein paar Sekunden länger in der Urlaubsidylle festhalten, bevor uns der Norden wieder verschluckt.

Da kann ich euch nur Recht geben. Es ist immer wieder ein tolles Gefühl den Tunnel Richtung Süden zu verlassen. Und dann dauert es auch nicht mehr lange bis wir am Ziel ankommen. Und dort wartet Genuss pur. Sonne, Meer, der typische Geruch, gutes Essen und Entspannung.
wir sind auch öfter im Winter in HR, Richtung Sibenik unterwegs.
Sveti Rok, das Tor in eine andere Welt.
Sveti Rok Nord : Hochebene – Schnee – minus Grade – tiefer Winter
15 min später
Sveti Rok Süd : Sonnenschein – plus Grade – noch starker Wind bei exOdmorište Marune.
spätestens bei Maslenica – Meer – Otok Pag – Sonne…
Immer ein herrliches Ankommen.
Jede Jahreszeit in HR, hat etwas Schönes und Besonderes.
Der Winter, kühl, die perfekte Ruhe, autentisch !!!
Hvala !
Sehr geehrte Verfasserin Frau Gabi M.
Bzgl. der Ausführung des Tunnel –
Namens “Sveti Rok” haben Sie fälschlicher Weise den heiligen Berg genannt, was nicht korrekt ist, da Selbiger
auf 1752 Metern über dem Meer als
“Sveto brdo” trohnt und den ich 2008 von
Paklenica aus bestiegen habe.
Vielleicht könnten Sie diesen Fehler
korrigieren.
Sa štovanjem.
L. Novosel